Bern

BDP sorgt sich um ausgeschlossene Schüler

BernSchüler, die vom Unterricht ausgeschlossen sind, würden in Bern auf der Strasse landen, kritisiert die BDP in einem Vorstoss. Beim städtischen Schulamt relativiert man das Problem.

Verbaut man Kindern und Jugendlichen, die von der Schule ausgeschlossen sind, ihre Zukunfts- und Bildungschancen? (Symbolbild).

Verbaut man Kindern und Jugendlichen, die von der Schule ausgeschlossen sind, ihre Zukunfts- und Bildungschancen? (Symbolbild). Bild: Fotolia

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Die BDP-Stadträte Lionel Gaudy und Philip Kohli sind besorgt: In der Stadt Bern gebe es Schülerinnen und Schüler, die faktisch «auf der Strasse» stünden und deren Recht auf Unterricht «akut gefährdet» sei.

Im Vorstoss, den Kohli gemeinsam mit seinem Parteikollegen eingereicht hat, ist von «mehreren» Schülerinnen und Schülern die Rede, die aufgrund eines Ausschlusses «zwischen Stuhl und Bank fallen». Diesen Kindern und Jugendlichen «werden unter Umständen sämtliche Zukunfts- und Bildungschancen verbaut».

Er habe unter anderem von Schulsozialarbeitern vernommen, dass es Probleme mit vom Unterricht ausgeschlossenen Schülern gebe, sagt Philip Kohli. «Unseren Vorstoss haben wir aus Besorgnis eingereicht und um Klarheit zu gewinnen.» Mit den in der Interpellation gestellten Fragen wolle man auch eine Debatte anstossen und das Thema ins Bewusstsein rufen, sagt Kohli.

Nur wenige Fälle

Mögliche Probleme rund um ei­nen Unterrichtsausschluss seien dem städtischen Schulamt durchaus bewusst, sagt Leiterin Irene Hänsenberger. Es sei aber mitnichten so, dass betroffene Schülerinnen und Schüler einfach auf die Strasse gestellt würden. «Ein Ausschluss vom Unterricht kann auch nicht allein von einer Lehrperson verhängt werden.»

Rund 10 000 Schülerinnen und Schüler besuchen in der Stadt Bern den Volksschulunterricht. Aktuell sind laut Schul­inspektorat drei vom Unterricht ausgeschlossen. Pro Jahr seien es im Durchschnitt nicht mehr als zehn, so Hänsenberger.

Eine solche Massnahme kann verhängt werden, wenn jemand den Unterricht so sehr stört, dass der Rest der Klasse während ei­ner gewissen Zeit geschützt werden muss. Der Ausschluss darf maximal zwölf Wochen dauern.

In dieser Zeit ist das Amt für Erwachsenen- und Kindesschutz für die betroffenen Kinder und Jugendlichen verantwortlich. Diese besuchen als Übergangs­lösung die Waldschule Kerbholz oder arbeiten in der städtischen Friedhofgärtnerei – um nur zwei Projekte zu nennen.

Das Recht auf Bildung

Es komme vor, dass zwischen einem Ausschluss vom Unterricht und dem Übergangsprojekt eine gewisse Zeit vergehe, sagt Hänsenberger. Dann seien die ­Eltern in der Verantwortung für ihre Kinder. Einen eigentlichen «Schulausschluss» gebe es nicht, betont sie.

Das stünde tatsächlich im Widerspruch zum Recht auf Bildung. Möglich sei neben dem temporären Ausschluss vom Unterricht eine Dispensation. Hänsenberger: «Gründe dafür sind unter anderem gesundheitliche Einschränkungen, Lern­behinderungen oder komplexe Lernstörungen.»

Aber selbst in diesen Fällen kommen Fachleute ins Spiel: ­Dispensationen können nur auf Antrag der Erziehungsberatung, des Kinder- und jugendpsychia­trischen Dienstes oder des Schulärztlichen Dienstes ausgesprochen werden. (Berner Zeitung)

Erstellt: 25.11.2017, 11:47 Uhr

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