Bern

Bausünde Kino Capitol wird beseitigt

BernFürs Bauprojekt im ehemaligen Kino Capitol in Bern wurde das Baugesuch eingereicht. Bis 2020 sollen 26 Wohnungen entstehen.

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Seit Jahrzehnten habe es keinen so grossen Eingriff in der unteren Altstadt gegeben, sagt Jean-Daniel Gross, Denkmalpfleger der Stadt Bern. In der Unesco-Weltkulturerbe-Stadt Bern darf man nur mit Respekt vor dem Alten erneuern. Beim Kino Capitol sei die Situation aber etwas anders: Mit dem Einbau des ­Kinos sei um 1930 die historische Stadtstruktur zerstört worden. «Es war ein Bruch in der Tradition und kann heute vor allem wegen verschiedener Umbauten als Bausünde bezeichnet werden», so Gross.

Drei Fragen an den Denkmalpfleger. Video: Claudia Salzmann

Am Freitag wurde das Baugesuch für das Projekt «Maison Capitol» der Architekten Buol & Zünd eingereicht. Drei Jahre sind vergangen, seit die HIG-Immobilien-Anlagestiftung das Gebäude gekauft hat. «Wir rechnen mit einem Baustart Anfang 2019», heisst es besitzerseitig.

Das Projekt umfasst nicht ein Gebäude, sondern vier. Drei Häuser befinden sich auf der Seite Rathausgasse und ein Haus – mit barocker Fassade – an der Kramgasse. Fundament für das Neubauprojekt sind die vom damaligen Lichtspieltheaterbau nicht beeinträchtigten, zum Teil mittelalterlichen Keller, wie der Architekt Lukas Buol am Dienstag vor den Medien erklärte.

Insgesamt sollen 26 Wohnungen entstehen, ­darunter 7 Maisonettewohnungen. Alle Wohnungen werden über einen gemeinsamen Laubenganghof erschlossen. «Dieser lehnt sich mit dem architektonischen Motiv eines Korbbogens an das barocke Palais an, das damals dem Kinobau zum Opfer gefallen ist», so Architekt Buol.

Architekt Lukas Buol über das Projekt «Maison Capitol» in der Kramgasse. Video: Claudia Salzmann

Vor dem Rückbau des Kinosaals werden archäologische Grabungen im nicht unterkellerten Bereich durchgeführt, da in diesem Bereich Erkenntnisse über die Gründungszeit im Jahre 1180 für möglich gehalten werden. Gebaut wird laut Buol «traditionell, an der Rathausgasse im Sandstein, aber ­ohne zeitgenössische Bauweisen zu negieren». (Berner Zeitung)

Erstellt: 06.06.2018, 06:41 Uhr

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