Baumstämme blockieren Parkplätze an der Sense

Schwarzenburg

Ein Parkplatz an der Sense bei der Ruchmühle ist mit Baumstämmen blockiert. Sämtliche Parkplätze im Sensegraben seien illegal, moniert die Zuständige des Kantons.

Baumstämme sollen Amphibien vor parkierten Autos schützen.

Baumstämme sollen Amphibien vor parkierten Autos schützen.

(Bild: Iris Anderegg)

Wer von Lanzenhäusern her in den Sensegraben fährt und auf dem Platz rechts vor der Ruchmühlebrücke parkieren möchte, hat ein Problem. Parkieren und gar wenden ist schwierig, weil Baumstämme im Boden befestigt sind.

Ein Bauer, der mit Pferd und Wagen dort jeweils zu wenden pflegte, kann das nicht mehr tun. Baumstämme platziert wurden auch auf dem Parkplatz links ennet der Brücke. «Da können sicher einige Autos weniger parkieren», sagt der Schwarzenburger Gemeinderat Andreas Burren (SVP).

Gemeinderat wusste nichts

Er zeigt sich erstaunt darüber, plötzlich mit Tatsachen konfrontiert zu werden. Dass Kantonsvertreter und eine Verwaltungsangestellte eine Begehung machten, hat der Schwarzenburger ­Gemeinderat erst nachträglich erfahren. Burren weiss erst seit kurzem, dass einige Baumstämme Tümpel mit Amphibien schützen sollen.

Dafür hat er Verständnis, aber auch Vorbehalte, denn die Tümpel seien in regenfreien Zeiten nach spätestens zehn Tagen ausgetrocknet. Zudem stört ihn, dass einfach Baumstämme platziert und befestigt werden, ohne dass mit der Gemeinde Rücksprache genommen wird.

Gemeinden einbinden

«Mir ist bewusst, dass es in der Ruchmühle und beim Sodbach immer wieder Probleme gibt, vor allem wegen des Abfalls, den die Leute im Sommer liegen lassen.» Darüber habe man im Gemeinderat diskutiert, auch weil Schwar­zenburg die Kosten für die Abfallentsorgung auf dem Gemeindegebiet trage. «Man müsste mit dem Kanton und allen betroffenen Gemeinden am Sensegraben ein Konzept ausarbeiten, wie man dieses Parkieren handhaben will», sagt Burren.

Das Absperren oder gar das Aufheben von Parkplätzen sieht er nicht als Lösung. Denn der Sommer steht vor der Tür, und wie seit vielen Jahrzehnten werden Hunderte von Menschen in den Sensegraben fahren, um dort zu baden und zu grillieren. «Wenn man das Parkieren einschränkt oder verbietet, hat die Gemeinde ein Problem.» Andreas Burren will sich auf politischer Ebene wehren, dass immer mehr Erholungsgebiete eingeschränkt werden.

Illegale Parkplätze

Bei der Begehung dabei war Franziska von Lerber von der Abteilung Naturförderung des kantonalen Amtes für Landwirtschaft und Natur. «Das Hauptproblem ist, dass alle diese Parkplätze illegal sind. Es sind eigentlich Militärbauten, im Wald und im ­Naturschutzgebiet. Gesetzlich müsste es einen Rückbau der Parkplätze geben», erklärt sie.

Die Baumstämme rechts seien in einem dynamischen Bereich platziert, um Tümpel mit Amphibien zu schützen. «Linksseitig ist der Parkplatz deutlich grösser als bisher», sagt sie und betont: «Im Sensegraben gibt es zunehmend Schwierigkeiten mit Leuten, die dort unerlaubt wild campieren.» Zudem würden Auswärtige via Internet und durch die zahlreichen Parkplätze angezogen.»

Weil sich die Armee aus dem Sensegraben zurückziehen werde, sollten die Plätze rückgebaut und renaturiert werden. «Man sucht nach einer Lösung, einen legalen Parkplatz zu belassen. Da er sich aber in einem Naturschutzgebiet von nationaler Bedeutung befindet, dürfte er nicht unendlich gross sein», erklärt Franziska von Lerber.

«Viele Parkplätze ziehen auch viele Leute an.» Die Idee, eine Barriere zu montieren, die es Wohnwagen oder Wohnmobilen verunmögliche, auf die Plätze zu fahren, sei verworfen worden, weil es für eine gesetzlich nicht erlaubte Anlage keine Baubewilligung gebe.

Wie viel Natur?

Wie viel Rückbau, wie viel Natur, wie viele Parkplätze? Diese Fragen werden die kantonalen Ämter mit den betroffenen Gemeinden diskutieren, erklärt von Lerber. Dass etwas getan werden müsse, sei wohl allen klar. Aber wie und wo, bleibe noch auszuhandeln.

Das braucht Zeit. Sind die Einheimischen doch gewohnt, das Naturschutzgebiet zur Erholung zu nutzen. Ein Betretungsverbot, das der Naturschutz vor etwa fünfzehn Jahren erlassen wollte, hatte damals keine Chance. Das wäre heute nicht anders, ist der Sensegraben doch eines der beliebtesten Erholungsgebiete in der Region.

«In diesem Sommer passiert sicher noch nichts, die Verfahren brauchen Zeit», sagt von Lerber. Gespräche sind im Gang, die Parkplätze schon teilweise blockiert, was das Verkehrschaos an warmen Wochenenden nicht mindern wird.

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