Biel

Zornige Bieler liegen Regierungsrat Neuhaus in den Ohren

BielVerkehrsdirektor Neuhaus lobte zwar gestern die Westast-Gegner, machte aber klar, dass es für die Planung ihres Alternativprojekts von Bund und Kanton kein Geld gibt.

Der bernische Bau-, Verkehrs- und Energiedirektor Christoph Neuhaus diskutierte mit den Gegner des A5-Westasts.

Der bernische Bau-, Verkehrs- und Energiedirektor Christoph Neuhaus diskutierte mit den Gegner des A5-Westasts. Bild: Franziska Rothenbühler

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Ein gellendes Pfeifkonzert ertönte gestern kurz vor Mittag vor dem Bieler Kongresshaus. Der Trillerpfeifensound der rund 300 echauffierten Protestierenden galt Regierungsrat Christoph Neuhaus (SVP) und den Behördenvertretern, die drinnen kühl das offizielle und das alternative Projekt für den Autobahnwestast verglichen.

Kritik an Alternativprojekt

Neuhaus lobte zuerst das Engagement des Komitees «Westast so nicht!» und überliess das Wort dann den Vertretern von drei Ingenieurfirmen, die das offizielle Ausführungsprojekt mitverantworten und die gestern das Alternativprojekt des Komitees bewerten durften.

Ihre Kritik: Das Alternativprojekt mit einem einröhrigen Tunnel ohne Ausfahrten entlaste das oberirdische Stadtquartier nicht vom Verkehr. Der Tunnel mit Gegenverkehr habe zu wenig Kapazität, berge Unfallrisiken und erfordere oberirdische Abluftkamine. Unter dem Strich sei das Alternativprojekt realisierbar und billiger; weil es ein neues Genehmigungsverfahren nötig mache, dauere seine Realisierung aber länger.

Video: Stefan von Bergen.

Neuhaus machte dann klar: «Der Regierungsrat und das Bundesamt für Strassen sind nicht bereit, eine neue, teure Planung zu ­finanzieren.» Man habe dafür schon 65 Millionen Franken ausgegeben. Würde Neuhaus den Westast gegen den Willen der Bieler bauen? Nein, erklärte er, er sei aber überzeugt, dass eine Mehrheit für das offizielle Projekt sei, das aber nicht zu äussern wage.

Enttäuschte Gegner

Die Vertreter des Protestkomitees, die schon am Medienanlass für Emotionen sorgten, zeigten sich gestern enttäuscht über das «oberflächliche Parteigutachten». «Die Täter machen sich zum Richter über ihr eigenes Projekt», warfen sie den involvierten Ingenieurbüros vor. Der Bieler Gemeinderat, der den Bericht erst analysieren will, fordert einen offenen Dialog mit den Beteiligten.

Den will Neuhaus im September mit öffentlichen Anlässen lancieren. Viel Verhandlungsspielraum wird es dabei nicht geben. Neuhaus stellte sich ­gestern vor dem Kongresshaus immerhin kurz dem Gespräch mit den Protestlern.svb (Berner Zeitung)

Erstellt: 31.08.2018, 20:00 Uhr

Artikel zum Thema

Berner Regierung sagt Nein zu Bieler Westast-Alternativvorschlag

Biel Für den geplanten A5-Westast der Bieler Autobahnumfahrung liegt nun die vertiefte Prüfung des Alternativvorschlags vor. Auch nach dieser Prüfung sagt der Berner Regierungsrat Nein dazu. Mehr...

Berner Regierung wischt Westast-Alternative vom Tisch

Biel In der Kontroverse um die A5-Westumfahrung lässt sich der Regierungsrat nicht von seinem Weg abbringen. Er hält am vorliegenden Ausführungsprojekt fest und will den Alternativvorschlag eines Bürgerkomitees nicht näher prüfen. Mehr...

Regierungsrat muss Bieler Westast-Alternative vertiefter prüfen

Der Grosse Rat hat die Berner Regierung damit beauftragt, den Vorschlag eines Bürgerkomitees zur A5-Westumfahrung von Biel vertiefter zu prüfen. Mehr...

Marktplatz

Immobilien

Kommentare

Blogs

Mamablog Die nervigsten Kinderfiguren

Politblog 200-Meter-Riesen im Gegenwind

Service

Schnelle Info für zwischendurch

Lesen Sie die Nachrichten aus der Region in Echtzeit.

Die Welt in Bildern

Trigger für Höhenangst: Ein Besucher der Aussichtsplattform des King Power Mahanakhon Gebäudes in Bankok City posiert fürs Familienalbum auf 314 Meter über Boden. (16. November 2018)
(Bild: Narong Sangnak/EPA) Mehr...