Bauarbeiten für PostParc beginnen jetzt

Bern

Die Post baut auf dem Gelände der Schanzenpost für 200 bis 300 Millionen Franken das Dienstleistungs- und Einkaufszentrum Post-Parc. Im Gebiet Bahnhof West entstehen kürzere Wege.

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Wolf Röcken

Ein Lagerhaus von gigantischer Hässlichkeit: Derart unverblümt bezeichnete der Berner Schriftsteller und Pfarrer Kurt Marti einst das lang gezogene Gebäude der Schanzenpost – und erntet für diese Aussage wohl von manchem Berner ein Kopfnicken.

Berns Stadtpräsident Alexander Tschäppät (SP) nahm das Zitat am gestrigen Spatenstich für den Post-Parc auf, um den Blick nach vorne zu richten: Anstelle des «Lagerhauses Schanzenpost» entstehe nun ein «Schmuckstück». Jürg Bucher, Konzernleiter der Post, sprach von einem «neuen urbanen Zentrum», das hier mitten in Bern entstehe. Das Unternehmen investiert 200 bis 300 Millionen Franken für den Post-Parc, der für die Post ein «Leuchtturmprojekt» sei, so Bucher. Zum Begriff Leuchtturm passt die Erscheinung der neuen Gebäude: Sie werden länger und schlanker als die bisherigen. Dank Glasfassaden können Passanten zum Teil durch die Gebäude hindurchschauen.

Direktere Zugänge

Zum Projekt Post-Parc gehören der Post-Parc Mitte (alte Schanzenpost) und der Post-Parc West (alter Postbahnhof). Hier beginnen in den nächsten Tagen die Rückbauarbeiten (siehe auch Grafik). Ebenfalls zum Projekt gehört das Hochhaus, das stehen bleibt und saniert wird.

Mit dem Post-Parc werden die Wege im Raum Bahnhof West kürzer. Auf der Welle, bei Perron 1, entsteht endlich ein südlicher Ausgang zum Post-Parc West. Wer von der Welle her die Strasse überquert, gelangt durch das Gebäude Post-Parc Mitte hindurch zudem direkt zu den Postautos. Von hier aus, von der Perronplatte, wird es künftig auch einen direkten Aufgang zur Grossen Schanze geben. Neben den Postautos entstehen Kurzzeitparkplätze. Sie ersetzen jene an der Bogenschützenstrasse. Neuer Raum entsteht im Merkurgässli. Aus der kleinen, verstecktem und bisher unbelebten Strasse hinter dem Post-Parc West wird ein Stadtplatz.

Ein eigentliches Post-Quartier

Die Post selber hat sich entschieden, ihren Hauptsitz in Wankdorf City zu beziehen und sucht für den Post-Parc andere Mieter (siehe Kasten). Dennoch wird der Bahnhof West zum eigentlichen Post-Quartier. Wie früher gibt es eine grosse Post-Filiale mit erweiterten Öffnungszeiten und neu eine Filiale von Postfinance.

Stadtpräsident Tschäppät bezeichnet die Post als vierfachen Glücksfall für die Stadt. Zum einen wegen des Hauptsitzes in Wankdorf City. Zudem baue sie auf der Allmend zurzeit den Postfinance-Tower. Drittens werde in wenigen Jahren der bisherige Hauptsitz Schönburg für eine neue Nutzung frei. Und schliesslich entstehe nun der Post-Parc.

Es wird laut und staubig

Das Gebiet bei der Welle wird bis 2015 zu einer der komplexesten Baustellen der Schweiz. Die Post rechnet mit rund 12000 Lastwagenfahrten. «Das geht leider nicht ohne Lärm», sagt Lars Egger, Projektleiter Post-Parc. Man halte sich selbstverständlich an Ruhezeiten, aber ohne Nachtarbeit werde es nicht gehen. Aus Sicherheitsgründen dürfe direkt neben den Gleisen nur nachts gebaut werden. Schutzgerüste mit Netzen sollen die Passanten auf der Welle schützen. Beim Einrüsten müssten Anwohner während «mehrerer Monate» mit Lärm rechnen, so Egger. Auch an Samstag müsse eventuell gearbeitet werden. «Wir achten darauf, leichte Arbeiten auszuführen», verspricht der Projektleiter.

Die sechs Kräne werden an verschiedenen Standorten aufgestellt. Umschlagplätze sind im Merkurgässli und auf der Bogenschützenstrasse. Die dortigen Veloabstellplätze werden in ein Provisorium am Hirschengraben verlegt. Für die Verbindung Welle–Postauto-Station gibt es einen Schutztunnel. Postauto und Züge sollten während der Arbeiten wie geplant fahren.

Berner Zeitung

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