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Basis für Muslimgrab

Die Gemeinde kann in Wabern ein Grabfeld für Muslime einrichten. Eine Mehrheit des Parlaments sprach sich für diese Möglichkeit aus. Keine Sonderregelung alleine für Muslime wollte die SVP. Sie erhielt dafür viel Support.

Die Gemeinde kann in Wabern ein Grabfeld für Muslime einrichten. Eine Mehrheit des Parlaments sprach sich für diese Möglichkeit aus.
Die Gemeinde kann in Wabern ein Grabfeld für Muslime einrichten. Eine Mehrheit des Parlaments sprach sich für diese Möglichkeit aus.
Andreas Blatter

Als das Könizer Parlament gestern Abend über das neue Friedhofsreglement debattierte, ging es vor allem um einen Passus: Neu sah das Reglement unter den Grabarten explizit auch Sargreihengräber für Muslime vor. So müssten diese nicht mehr wie bisher auf die fast doppelt so teuren Haingräber (3375 Franken) ausweichen. Auf dem Friedhof Nesslerenholz in Wabern soll ein Muslimgrabfeld eingerichtet werden.

Das Parlament schuf gestern die Basis für ein solches Grabfeld und gab dem Gemeinderat zu verstehen, dass er ein solches realisieren soll.

Vorab die SVP meldete in der Debatte Bedenken an: Sie störte sich daran, dass der muslimische Glaube die einzige Religion sei, die in diesem Reglement direkt erwähnt werde. Den Sinn eines Muslimgrabfeldes sehe man eigentlich nicht ein, sagte Sprecherin Elisabeth Rüegsegger. Doch man schlage einen Kompromiss vor. So stellte die SVP den Antrag, einen neutraleren und allgemeineren Passus zu formulieren, der dem Gemeinderat ermögliche, für religiöse und ethnische Minderheiten neue Grabarten zu schaffen. Das sei auch im Friedhofreglement der Stadt Bern so geregelt, argumentierte sie.

Ball liegt wieder beim Gemenderat

Unterstützung erhielt die SVP von der FDP und der BDP. «Wir sind für ein Muslimgrab, aber man soll das öffnen», sagte BDP-Sprecherin Franziska Keller. Auch EVP/CVP/GLP sprachen sich für den Antrag der SVP aus, aber auch für das Muslimgrabfeld.

Die Grünen und die SP wollten das Grabfeld direkt erwähnt haben. «Haben wir es drin, wird es gemacht, sonst ist es ungewiss», sagte Sprecherin Liz Fischli. «Ich bin das Pingpong leid», man spiele sich dauernd gegenseitig den Ball zu, bemerkte SP-Sprecher Christoph Salzmann.

Mit 22 Ja zu 13 Nein sprach sich das Parlament schliesslich für den Passus aus, den die SVP vorgeschlagen hatte, und strich die explizite Erwähnung des Muslimgrabfeldes zugunsten der allgemeineren Formulierung. Der Ball in Sachen Muslimgrabfeld liegt nun wieder beim Gemeinderat.

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