Bar au Lac am Egelsee kommt wohl doch nicht

Bern

Einsprachen gegen die Bewilligung machen eine Eröffnung der Egelsee-Bar für die Sommersaison unwahrscheinlich.

Der juristische Streit um die Bar au Lac geht in die nächste Runde.

Der juristische Streit um die Bar au Lac geht in die nächste Runde.

(Bild: Claudia Salzmann)

Die meisten Anwohner freuten sich, als Regierungsstatthalter Christoph Lerch (SP) der Kaffeebar am Egelsee im Februar die Bewilligung erteilte. Als sommerliche Zwischennutzung des früheren Entsorgungshofs sei die Bar au Lac schon 2017 sehr beliebt gewesen, schreibt etwa ein Quartierverein, der über 150 Anwohner vertritt. Die Vorfreude auf den Sommerbetrieb sei gross. Doch nun zeigt sich: Zur Neuauflage in diesem Sommer wird es wohl doch nicht kommen. Gegen den Entscheid des Regierungsstatthalters sind mehrere Beschwerden eingegangen. Ihre Urheber: die IG Egelsee, welche die Bar verhindern will, und – auf den ersten Blick überraschend – die Stadt Bern.

«Keine Ausnahme nötig»

Die Beschwerde überrascht deshalb, weil die Stadt selbst das Baugesuch zur Umnutzung eingereicht und das Barprojekt von Anfang an unterstützt hat. Doch auf den zweiten Blick zeigt sich, warum die Stadt mit der Bewilligung des Regierungsstatthalters nicht einverstanden ist: Sie will nicht weniger, sondern mehr Barbetrieb am Egelsee.

Die Bewilligung werde zwar grundsätzlich begrüsst, teilt die Direktion Tiefbau, Verkehr und Stadtgrün auf Anfrage mit. Doch aus Sicht der Stadt würden die verfügten Rahmenbedingungen einen wirtschaftlichen Betrieb des geplanten Lokals verunmöglichen.

Konkret wehrt sie sich gegen die Beschränkung der Bewilligung auf fünf Jahre. «Wir vertreten die Haltung, dass Parkcafés in städtischen Anlagen nicht auf eine Ausnahmebewilligung für ‹zonenfremde Nutzung› angewiesen sind», schreibt Stadtgrün Bern. Vielmehr würden solche Lokale an diesen Orten als typisch und erwünscht erachtet. «Die Beschwerde gegen die Dauer von fünf Jahren soll sicherstellen, dass der Betrieb – sollte ein solcher tatsächlich zonenfremd sein – bei Verzögerungen des Zonenplanverfahrens nicht eingestellt werden müsste.»

Gegen Take-away-Verbot

Entgegen dem eingereichten Betriebskonzept hat der Regierungsstatthalter zudem angeordnet, dass die Gäste der Bar au Lac ihre Speisen und Getränke nicht an der Theke holen dürfen, sondern die Aussenplätze bedient sein müssen. «Eine solche Auflage schränkt den Betrieb unnötig ein und verunmöglicht faktisch, eine professionelle Kaffeebar wirtschaftlich führen zu können», schreibt Stadtgrün.

Zwei Beschwerden, eingereicht aus unterschiedlichen Beweggründen – doch eines ist ihnen gemein: Sie haben aufschiebende Wirkung. Das könnte für einen Betrieb 2019 das Aus bedeuten. «Ob die Bar au Lac bereits diesen Sommer wiedereröffnet werden kann, ist aufgrund des laufenden Verfahrens im Moment fraglich», so die Prognose der Stadt.

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