Ballon von Polen 2 gewinnt den WM-Titel

Die Entscheidung ist gefallen: Polen 2 gewinnt die Gasballon-WM. Sie landeten in ihrer Heimat und legten damit von Bern aus über 1000 Kilometer zurück.

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Stefan Schnyder@schnyderlopez

Wer nichts wagt, kann nichts gewinnen. Dieses Sprichwort hat sich an der Gasballon-WM bestätigt. Am Montagnachmittag um 14.30 Uhr stand das Team Polen 2 als Weltmeister fest. Die Polen waren in ihrem Heimatland gelandet – rund 200 Kilometer nördlich der Hauptstadt Warschau. Der Landeort liegt 1145 Kilometer von Bern entfernt, was eine klare Bestmarke darstellt.

Lange hatte kaum jemand die Polen auf der Rechnung. Sie kamen in den ersten Rennstunden nicht recht vom Fleck. Doch schliesslich zahlte sich ihre Strategie aus. Sie liessen sich seit Sonntag von den Westwinden in ihre Heimat tragen.

Als letzter Ballon blieb derjenige von Deutschland 1 in der Luft. Doch um 14.30 Uhr kündigten die Deutschen über Twitter an, dass sie landen werden. Auf 5000 Metern schneite es, was sie zur Landung zwang. Lange hatte es danach ausgesehen, dass die Deutschen durchaus eine Chance haben, weiter zu fliegen als die Polen. Die Deutschen hatten nach einem Abstecher nach Zentralfrankreich eine ähnliche Route eingeschlagen wie die siegreichen Polen. Sie landeten in Westpolen, 840 Kilometer von Bern entfernt. Sie belegen damit den dritten Rang.

Zwischen den Leadern aus Polen und den drittplatzierten Deutschen liegt das Team von USA 2. Es landete südlich von Neapel, 916 Kilometer von Bern entfernt.

Die Hälfte der Teams pokerte falsch

Die von der Hälfte der Teams gewählte Strategie, eine Route über Lyon nach Bordeaux einzuschlagen, hat sich nicht ausbezahlt. Frankreich 1 belegt als bestklassiertes Team, das diese Route eingeschlagen hat, den fünften Schlussrang.

Auch die Teams von Schweiz 1 und Schweiz 2 wählten diese Route. Die Freiburger Nicolas Tièche und Laurent Sciboz landeten am Sonntagmorgen südlich von Bordeaux, knapp 700 Kilometer von Bern entfernt. Sie liegen auf dem sechsten Schlussrang. Titelverteidiger Kurt Frieden und sein Partner Roman Hugi liessen ihren Ballon am Sonntagmorgen um drei Uhr ebenfalls in der Region Bordeaux auf den Boden sinken. Mit einer Entfernung von 603 Kilometer von Bern belegt er Rang acht.

Das Ziel ist, möglichst weit zu fliegen

Bei diesen Langdistanz-Weltmeisterschaften geht es darum, mit dem Ballon möglichst weit weg vom Startpunkt zu landen. Die Piloten können die Flughöhe des Ballons mit dem Ablassen von Ballast steuern und so versuchen, in die optimale Windströmung zu gelangen. Ein Rennen kann drei oder vier Tage lang dauern. Die Piloten müssen also auch versuchen, im engen Korb und bei den kalten Temperaturen in der Höhe von Zeit zu Zeit etwas zu schlafen.

Die 20 Ballone sind am Freitagabend auf der Berner Allmend gestartet. Um 19.46 ging das japanische Zweierteam bei Windstille als erstes in die Luft. Danach folgten in Abständen von wenigen Minuten die anderen Teams. Der Start der Ballons wurde jeweils von den Klängen der entsprechenden Nationalhymne begleitet. Mehrere tausend Zuschauer verfolgten auf der Berner Allmend das Abheben der Gasballone.

Interessierte können auf der Internet-Seite der Gasballon-WM Gordon Bennett den Verlauf des Wettkampfs nachverfolgen. Hier gehts zum Live-Tracking.

Bernerzeitung.ch/Newsnetz

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