Bald hält der Zug am neuen Ort

Deisswil

Am Donnerstag um 5.39 Uhr wird erstmals ein Zug beim neu verlegten Bahnhof Deisswil vor dem Bernapark anhalten. Bis die Bahnstation jedoch fertig ausgebaut ist, kann es noch ungefähr fünf Jahre dauern.

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Pia Scheidegger

Vor dem alten Bahnhof Deisswil steht eine Hebebühne. Ein paar Bauarbeiter richten die Fahrleitungen auf die neue Gleisführung aus. Der frische Schotter deutet darauf hin, dass das Gleis bereits verschoben worden ist. Vor der ehemaligen Kartonfabrik sind drei weitere Bauarbeiter dabei, die neuen Schienen zu verschweissen.

«Momentan wird hier Tag und Nacht gearbeitet», sagt Miriam Etter-Gutermuth, Projektleiterin Infrastruktur des Regional­verkehrs Bern Solothurn (RBS). Vor dem Bernapark ist ein neues Perron im Bau, welches den alten Bahnhof Deisswil ersetzt. Am kommenden Donnerstag werden dort erstmals Züge anhalten und abfahren. Bis dahin verkehren für die Reisenden auf der Strecke zwischen Boll-Utzigen und Bolligen Ersatzbusse.

Das Perron wird länger und breiter

«Der neue Bahnhof besteht aus einem gut 120 Meter langen Perron», sagt RBS-Sprecherin Christine Schulz. Die Breite beträgt vorerst nur rund 3 Meter. Nachdem auch das Worble-Bachbett verlegt und der Bahnhof damit fertiggestellt ist, wird das Perron verbreitert. Auf dem Bahnsteig wird ein Wartehäuschen aus Glas installiert. «Geplant ist eigentlich auch ein 60 Meter langes Perrondach», so Schulz.

Über die Finanzierung dieses Daches müsse die Gemeinde Stettlen jedoch noch entscheiden. Bis die Züge auf dem Teilstück wieder fahren, muss noch viel erledigt werden. «Von einem Billettautomaten über einen Abfalleimer bis hin zur funktionierenden Perronbeleuchtung müssen wir an alles denken», sagt Miriam Etter.

Bei der neuen Bahnstation wird die Perronhöhe angepasst, sodass in Zukunft ein ebenerdiger Ein- und Ausstieg in den Zug möglich ist. Bei den alten Mandarinli-Zügen, die momentan im Einsatz stehen, ist dies nur beim Mittelwagen mit Niederflureinstieg möglich. Sobald ab 2018 die neuen Züge im Worblental unterwegs sind, kann auf der ganzen Länge ebenerdig eingestiegen werden.

Ausserdem wird das breitere Perron die Sicherheit für die wartenden Fahrgäste deutlich erhöhen. Im Bernapark sollen in nächster Zeit Wohnungen und Arbeitsplätze für mehrere Hundert Personen entstehen. Mit dieser Entwicklung werden in Zukunft mehr Fahrgäste er­wartet. «Der neue Bahnhof schafft hierzu die nötigen Kapazitäten», sagt Christine Schulz.

Keine Überraschungen beim Bau

Obwohl ab Donnerstag wieder Züge zwischen Boll-Utzigen und Bolligen verkehren, sind die Bauarbeiten in Deisswil noch nicht beendet. Bis Mitte November folgen diverse Arbeiten und Anpassungen bei der Bernstrasse. Das Wartehäuschen wird schliesslich erst Ende November installiert. «Damit werden die Bauarbeiten vorläufig abgeschlossen sein», so Schulz.

Sobald der Wasserbauplan realisiert ist, wird dann das Perron verbreitert, das Wartehäuschen an den definitiven Platz gestellt und gegebenenfalls das Perrondach erstellt. Wann diese Bauarbeiten stattfinden, sei noch nicht bekannt. «Es dürften aber noch ungefähr fünf Jahre vergehen, sagt Christine Schulz.

Darüber, ob das Budget eingehalten wird, könne noch keine Aussage gemacht werden.» Im bisherigen Bauverlauf hat es jedoch noch keine bösen Überraschungen gegeben. Die Verlegung des RBS-Bahnhofs kostet 2,6 Millionen Franken und wird aus dem Infrastrukturfonds des Bundes finanziert.

Berner Zeitung

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