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Bärenpark: Stadtrat sagt Ja zum Lift

Der Berner Bärenpark wird mit einem Schräglift für Menschen mit eingeschränkter Mobilität erschlossen. Der Stadtrat hat am Donnerstag einem Ausführungskredit von 2,92 Millionen Franken zugestimmt.

Loben den Lift: Tierparkdirektor Bernd Schildger (l.), Gemeinderat Alexandre Schmidt (m.) und Bernard Stofer von Procap Schweiz.
Loben den Lift: Tierparkdirektor Bernd Schildger (l.), Gemeinderat Alexandre Schmidt (m.) und Bernard Stofer von Procap Schweiz.
Stefan Anderegg
Der attraktive untere Teil des Bärenparks ist nach wie vor unzugänglich für Menschen im Rollstuhl.
Der attraktive untere Teil des Bärenparks ist nach wie vor unzugänglich für Menschen im Rollstuhl.
Urs Baumann
«Es ist einer  Bundesstadt nicht würdig, ein derart sensibles Thema  auf die lange Bank zu schieben.» Reto Nause (CVP) in einem Brief an den Berner Gemeinderat
«Es ist einer Bundesstadt nicht würdig, ein derart sensibles Thema auf die lange Bank zu schieben.» Reto Nause (CVP) in einem Brief an den Berner Gemeinderat
Andreas Blatter
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Dadurch wird die Anlage für Menschen mit eingeschränkter Mobilität besser zugänglich. Das Stadtparlament hat am Donnerstag einem Ausführungskredit von 2,92 Millionen Franken zugestimmt.

Der vom Gemeinderat beantragte Kredit passierte mit 54 Ja- zu 2 Nein-Stimmen bei 13 Enthaltungen. Der neue Schräglift auf Schienen entsteht entlang der südlichen Stützmauer des Parks. Die Kabine kann zum Beispiel Rollstuhlfahrende, Betagte oder Familien mit Kinderwagen transportieren.

Tagsüber soll der Lift allen Besuchern kostenlos zur Verfügung stehen. Ein Minderheitsantrag aus der vorberatenden Kommission, für die Liftbenutzung eine Gebühr zu erheben, hatte keine Chance.

Mit dem Ja des Stadtrats zum Schräglift endet ein langes Hin und Her. Seit der Eröffnung des Bärenparks 2009 suchte die Stadt nach einer Lösung, um einen hindernisfreien Zugang zum unteren Teil des Parks am Aare-Ufer zu ermöglichen. Dies forderten seit Jahren auch die Behindertenverbände. Nicht weniger als 22 Varianten wurden geprüft und wieder verworfen, unter anderem wegen geologischer und denkmalpflegerischer Bedenken.

Nicht ohne Kritik

Nun sei es an der Zeit, die unrühmliche Geschichte zu einem guten Abschluss zu bringen, befand die Stadtratsmehrheit. Das Parlament selber hatte mit Vorstössen Druck gemacht auf eine behindertengerechte Lösung. Doch es wurde nun auch Kritik laut. Die Lift-Kosten seien sehr hoch und verteuerten den Bärenpark weiter, bemängelten Vertreter der GLP und der SVP.

Sie spielten damit auf das finanzielle Debakel an, das sich kurz vor der Park-Eröffnung offenbart hatte. Der Park kostete viel mehr als angenommen. Die Verantwortlichen mussten damals Fehler einräumen.

«Die Vorgeschichte ist im Stadtrat offenbar noch nicht verdaut», stellte Gemeinderat Alexandre Schmidt (FDP) fest. Nun gehe es aber nicht mehr darum, sondern um ein berechtigtes Anliegen von Menschen mit Behinderung. Auch der Statthalter schreibe der Stadt den hindernisfreien Zugang zum Bärenpark vor.

Der Bärenpark habe zwar die einst gemachten finanziellen Versprechen nicht erfüllt, befand Schmidt. Doch der Betrieb sei ein Erfolg: «Der Park ist zum Wahrzeichen der Stadt geworden.» Läuft alles nach Plan, soll der Schräglift im Sommer 2015 gebaut und im Herbst desselben Jahres in Betrieb genommen werden. Jährlich besuchen über 1,5 Millionen Menschen den Park.

(SDA)

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