Zum Hauptinhalt springen

Bärennachwuchs lebt gefährlich

In Bern gibt es wieder kleine Bären: Bärin Masha hat im Tierpark Dählhölzli zwei Jungtiere zur Welt gebracht. Doch die beiden leben gefährlich.

Eines der Bärli geniesst das Herumtollen im Bärenwald im Tierpark Dählhölzli.
Eines der Bärli geniesst das Herumtollen im Bärenwald im Tierpark Dählhölzli.
Urs Baumann
Bärin Masha folgt ihrem Nachwuchs auf Schritt und Tritt.
Bärin Masha folgt ihrem Nachwuchs auf Schritt und Tritt.
Urs Baumann
Rund zwei Jahre bleiben Jungtier und Mutter zusammen.
Rund zwei Jahre bleiben Jungtier und Mutter zusammen.
zvg/Tierpark Dählhölzi
1 / 11

Die Jungtiere wurden bereits Mitte Januar geboren. Jetzt, als die kleinen Bären erstmals im Freigehege herumtollten, informierte der Tierpark über den Nachwuchs. Um eine Vermenschlichung der jungen Bären zu verhindern, hat der Tierpark beschlossen, ihnen keine Namen zu geben. Die beiden heissen schlicht «3» und «4». Am Mittwoch wagte sich «3» erstmals zusammen mit seiner Mutter Masha ins Freie. «4» zog es dagegen vor, im Stall zu bleiben.

Heile Bärenwelt? Die Wirklichkeit ist brutaler: Es kann durchaus sein, dass die Jungbären nicht überleben. Denn der männliche Bär Misha wurde nicht wie sonst üblich vom Nachwuchs getrennt, da er vor schweren Verhaltenstörungen bewahrt werden soll, wie der Tierpark Dählhölzli in seiner Mitteilung schreibt. Dadurch bestehe die Gefahr, dass die Jungtiere durch den Bärenmann getötet werden.

Um dies zu vermeiden, müsste Misha bis zu zwei Jahre alleine in einem abgetrennten Gehege gehalten werden. Dieser Belastung wäre das Tier, nach Überzeugung der Tierpark-Verantwortlichen, nicht gewachsen. Der Verlust von Jungtieren sei nach biologischen Grundsätzen, wie auch nach Tierschutzkriterien weit weniger gravierend als ein dauerhaft verhaltensauffälliger erwachsener Bär.

Bären vertragen sich

Doch es besteht Hoffnung für die Kleinen: Die beiden erwachsenen Bären vertragen sich auffällig gut. Tierpark-Direktor Bernd Schildger wertet es als sehr gutes Zeichen, dass Misha die Wurfstallung betreten durfte. Allerdings könne man jetzt noch nicht definitiv sagen, ob die kleinen Bären überleben werden. «Jetzt kommt die schwierigste Zeit», erklärt Schildger auf Anfrage. Die Bärenmutter habe noch nicht verstanden, welche Gefahren ihren Jungen drohen, und der Bärenvater könne seine Kräfte nicht richtig einschätzen.

Denn sollte ein Jungbär von Masha getötet werden, so geschehe dies nicht aus einem Tötungstrieb oder Konkurrenzdenken heraus. «Man muss dann eher von einem Unfall sprechen», so Schildger. Denn es könne durchaus sein, dass die kleinen Bären beim Spielen ums Leben kommen. «Misha weiss nicht wie schonend er die Jungtiere behandeln muss. So kann es sein, dass er die Kleinen im Spiel zu hart anpackt und diese dies nicht überleben.»

Sterilisation nicht ausgeschlossen

Falls die Jungbären am Leben bleiben, wird sich der Tierpark rechtzeitig bemühen, geeignete Plätze für die beiden zu finden. Wie es dann mit Misha und Masha weitergeht, ist allerdings noch unklar. Für das Wohl der Tiere sei es wichtig, dass sie einmal im Leben Junge bekommen und aufziehen können, erklärt Schildger. «In rund zwei Jahren werden wir die Lage neu beurteilen. Es kann gut sein, dass wir uns dann für eine Sterilisation der Bären entscheiden.» So habe man es auch im Bärenpark mit Björk und Finn gehandhabt.

Mit negativen Reaktionen aus der Bevölkerung oder gar einem Sturm der Empörung zum möglichen Schicksal der kleinen Bären rechnet Tierpark-Direktor Schildger nicht. «Die Schweizer haben ein vernünftigeres Verhältnis zu ihren Tieren als beispielsweise die Deutschen oder Dänen», so Schildger. Die Bevölkerung hier wisse, dass dies Teil der Natur ist.

Die Bären Masha und Misha waren ein Geschenk der Gattin des ehemaligen russischen Präsidenten Dmitri Medwedew an die Stadt Bern.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch