Auto in Bern, Halter in der Slowakei

Seit zwei Monaten steht an der Engehaldenstrasse gegenüber dem PostFinance-Gebäude ein Auto in der Blauen Zone. Den Besitzer konnte die Polizei identifizieren, aber nicht kontaktieren.

Für die Entsorgung dieser Rostlaube wird voraussichtlich die Stadt Bern zuständig sein.

Für die Entsorgung dieser Rostlaube wird voraussichtlich die Stadt Bern zuständig sein. Bild: Quentin Schlapbach

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Der alte schwarze Opel Vectra macht einen heruntergekommenen Eindruck. Ein abgebrochener Seitenspiegel, eine rostige Fahrertür, Beulen, Kratzer und zu allem Übel noch ein Radblockierschuh am linken Vorderrad. Wie dieser dorthin kam, verrät eine Notiz der Berner Kantonspolizei, die an der Windschutzscheibe angebracht ist. «Parkieren ohne Kontrollschilder auf öffentlichen Boden!» steht da. Der «sehr geehrte Fahrzeuglenker» werde gebeten, sich innert 48 Stunden auf dem Polizeiposten Neufeld zu melden.

Diese Notiz stammt vom 11. April. Gemeldet hat sich der Besitzer des Autos aber nie. Zwar konnte die Berner Polizei trotz der fehlenden Kontrollschilder in der Zwischenzeit ausfindig machen, wem der Wagen gehört. Aber sämtliche Kontaktversuche sind bisher gescheitert. Denn: Der Besitzer des Fahrzeugs kommt nicht aus der Schweiz, sondern aus der Slowakei.

Kosten berappt Allgemeinheit

Obwohl relativ klar scheint, dass der Mann mit seiner Rostlaube für immer abgeschlossen hat, kann das Auto nicht einfach so abgeschleppt werden. Die Kantonspolizei Bern ist gesetzlich dazu verpflichtet, dem Slowaken eine letzte Abholfrist zu gewähren. Im Berner Amtsblatt publizierte sie deshalb letzte Woche einen Aufruf. Durch Vorzeigen einer Kaufquittung könne der Besitzer noch bis am 9. Juli seinen Anspruch geltend machen. Nach Ablauf dieser Frist kann der Grundstückeigentümer, in diesem Fall die Stadt Bern, das Fahrzeug verwerten.

Verwerten heisst konkret: Das Fahrzeug wird direkt entsorgt. Die Stadt Bern wird dabei voraussichtlich auf den Kosten sitzen bleiben. Denn: Wenn man den Fahrzeughalter nicht kontaktieren kann, ist es auch schwierig, eine Rechnung zu stellen, gibt Dominik Jäggi von der Kantonspolizei Bern zu bedenken. Dasselbe gelte auch für die Geldbusse für das Verletzen der Verkehrsvorschriften.

Diese Busse wird zwar happig ausfallen. Aber: Ein aufwendiges internationales Rechtshilfegesuch, mit fragwürdiger Aussicht auf Erfolg, lohnt sich in so einem Fall schlicht und einfach nicht. (Berner Zeitung)

Erstellt: 13.06.2018, 11:45 Uhr

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