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Ausstellung lädt zur Reise ins Land der Rituale

Rituale begleiten die Menschen durch den Alltag: Sie geben Halt und stiften Identität, sei es am Familientisch oder beim Staatsempfang. Das Berner Museum für Kommunikation nimmt sich dem Thema an.

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Sonntagsbrunch oder gemeinsame Spielerunde – Rituale geben Halt, vermitteln Zugehörigkeit und Sicherheit.
Sonntagsbrunch oder gemeinsame Spielerunde – Rituale geben Halt, vermitteln Zugehörigkeit und Sicherheit.
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Die Ausstellung beleuchtet traditionelle Rituale, liefert aber auch Rezepte für massgeschneiderte, neue Rituale, wie das Museum in einer Mitteilung vom Mittwoch schreibt. Gängige Rituale, die wir kaum mehr als solche wahrnehmen sind etwa Begrüssungen oder das Zuprosten am Tisch. Die Gutenachtgeschichte hilft Kindern bei der Entwicklung ihrer Identität, die gemeinsame Kaffeepause stärkt das Gemeinschaftsgefühl unter Bürokollegen.

Doch Rituale machen auch Hierarchien sichtbar und klären Machtverhältnisse. Sichtbar wird dies beispielsweise bei königlichen Hochzeiten, wie etwa jener von Kate und William in Grossbritannien im Jahr 2011.

Standardisierte Verhaltensformen sind aber auch machtvolle Instrumente, um Emotionen zu erzeugen - das gilt für ein Schwingfest genauso wie für ein Rockkonzert.

Auch im Sport sind Rituale wichtig, man denke nur an die zahlreichen Glücksbringer, die jeweils an Wettkämpfen ihren Dienst tun. In der Berner Ausstellung steht übrigens ein Siegerpodest, auf dem die Besucher sich in Jubelpose werfen können - auch dies ein Ritual.

Workshops für Familien

Für viele Menschen werden Rituale besonders im Zusammenhang mit Festen im Lauf der Jahreszeiten sichtbar, etwa an Alpaufzügen, an der Fasnacht, am 1. August oder an traditionellen Festen wie dem Berner Zibelemärit oder dem Thuner Ausschiesset.

Rituale können aber auch dunkle Seiten haben, denn mit ihrer Hilfe wurden und werden auch immer wieder Menschenmassen manipuliert. Die Ausstellung in Bern wirft auch die Frage auf wo die Grenze zwischen Routine, Ritual und Zwang verläuft.

Im Rahmen der Ausstellung geht Prof. Dr. Dietrich Harth am 29. Januar 2014 der Frage nach, wie Krisenmanager mit Ritualen Menschen und Märkte beruhigen wollen. Zudem stehen Workshops zu Familienritualen auf dem Programm.

Die Ausstellung im Museum für Kommunikation öffnet am Freitag ihr Türen. Sie dauert bis am 20. Juli 2014.

(SDA)

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