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Ausgelagert wurde auch die Kontrolle

Bei den Stadtbauten sind bei der Vergabe von Aufträgen Fehler passiert. Das räumen die Verantwortlichen selber ein, und das ist gut so.

Wolf Röcken, Leiter Ressort Stadt Bern.
Wolf Röcken, Leiter Ressort Stadt Bern.
Andreas Blatter

Denn mit dieser grundsätzlichen Einsicht ist auch die Bereitschaft da, Ursachen zu erkennen und solche Fehler künftig zu verhindern. Die Verantwortlichen haben klar gemacht, dass dies ihr Ziel ist.

Der externe Bericht beurteilt die Vorwürfe nach juristischen Kriterien. Dies war auch der Auftrag. Er nimmt hingegen wenig Rücksicht auf die besondere Stellung, die ein ausgelagerter Betrieb wie die Stabe hat. Er ist nach wie vor im hundertprozentigen Besitz der Stadt. Von solchen öffentlichen Betrieben darf man erwarten, dass sie Aufträge und Stellen transparent und nachvollziehbar vergeben und besetzen. Das war bei den Stadtbauten, wie der Bericht zeigt, nicht immer der Fall. Juristisch korrekt, vom Fingerspitzengefühl her aber fragwürdig. Und: Die Mitarbeiter waren vom Sachverhalt schlicht überfordert. So lautet das Fazit in jenen Fällen, in denen der Bericht keinen Verstoss gegen Regeln feststellt.

Im Fall der Vorwürfe an die Stadtbauten zeigt sich ein generelles Problem der ausgelagerten städtischen Betriebe. Mit der Auslagerung gibt die Politik auch ein gutes Stück Kontrolle aus der Hand. Dies wurde letztmals offensichtlich, als es die Stimmberechtigten ablehnten, den Lohndeckel für städtische Angestellte und Gemeinderäte anzuheben. Bei den ausgelagerten, aber weiterhin städtischen Betrieben Bernmobil und EWB hingegen gibt es keine Lohnobergrenze. Im Fall der Stadtbauten zeigt sich das Problem etwa darin, dass die frühere Führung die Zusammenarbeit mit der Verwaltung bewusst ablehnte. Dabei hätte der Kontakt mit der professionellen städtischen Fachstelle für Beschaffungen Fehler verhindert.

2014 werden die Stabe zurückgeführt. Sonderzüge im Umgang mit Regeln und generell das unternehmerische Denken, das seit der Auslagerung Einzug hielt, werden ein Ende haben. Dies macht Sinn bei einem Unternehmen, das als Kundin nur die Stadt Bern hat.

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