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Aus Nachtbubenstreich wurde ein Idyll

Ein ausgedienter Feuerweiher ist zu einem wertvollen ­Lebensraum für Pflanzen und Tiere umgestaltet worden. Auslöser war eine Tat von Nachtbuben.

Der ehemalige Feuerweiher ist zum Lebensraum für gefährdete Tierarten geworden.
Der ehemalige Feuerweiher ist zum Lebensraum für gefährdete Tierarten geworden.
Iris Andermatt

Sie öffneten den Schieber, und langsam entleerte sich der Feuerweiher im Schuelwald oberhalb von Limpach. Die Nachtbuben machten sich 2015 am Auslaufwerk des Gewässers im Kächgraben zu schaffen.

Die Behörden glaubten zuerst an einen Defekt am Schieber. Doch bei genauerem Hinschauen zeigte sich, dass da wohl etwas manipuliert worden war. Aber die Verantwortlichen machten dabei auch eine Entdeckung.

«Ein solches Projekt muss nicht gross und teuer sein.»

Matthias Gehri, Manager BKW-Ökofonds

Im Feuerweiher, der nicht mehr als Löschwasserreserve dient, hatten sich nicht nur ausgesetzte Karpfen angesiedelt, sondern auch Teichmuscheln. Dank der raschen Reaktion – der Teich wurde rechtzeitig wieder aufgestaut – kamen keine Tiere zu Schaden.

Wie weiter?

Nach diesem Ereignis überlegten sich die Verantwortlichen der Gemeinde Fraubrunnen, was mit dem alten Feuerweiher geschehen soll. Zur Diskussion standen ein Rückbau oder eine ökologische Aufwertung. Im Dezember 2015 kontaktierte die Gemeinde die BKW, ob das Unternehmen die Revitalisierung mit einem Beitrag aus dem Ökofonds finanziell unterstützen würde.

Ein «sanftes Lifting»

«Es war eiskalt, hatte Schnee, und die Bise ging», erinnert sich Matthias Gehri, Projektmanager des BKW-Ökofonds, an die erste Begehung im Januar 2016 mit Gemeindevertretern. Vor gut zwei Jahren wurden sich die Beteiligten einig, dass das Gewässer ökologisch aufgewertet werden soll. «Das Resultat lässt sich sehen», sagte Gehri gestern zum Abschluss der Arbeiten. «Ein solches Projekt muss nicht gross und teuer sein.» Fraubrunnens Bauverwalter Urs Berger freute sich ebenfalls: «Es ist kein Vergleich mit vorher.»

In den letzten Monaten wurde mit einem «sanften Lifting» die Umgebung des 560 Quadratmeter grossen Feuerweihers aufgewertet. Für die Schlammentnahme wurden die Teichmuscheln vorübergehend in einen anderen Teich umgesiedelt. Dank einem gezielten Holzschlag ist der Weiher besser besonnt.

Einzelne Bäume wurden im Wasser versenkt und dienen den Tieren als Verstecke oder Laichort. Uferverbauungen machten natürlichen Flachufern Platz. Zwei Tümpel wurden speziell für die Amphibien angelegt. Und nicht zuletzt wurde der Schieber der kleinen Staumauer abgesichert, sodass Unbefugte keinen Zugriff mehr haben.

Die neue Gestaltung scheint schon zu wirken. Erdkröten haben in einem der Tümpel mehrere Laichschnüre abgelegt. Rückenschwimmer und Wasserläufer ziehen auf der Oberfläche ihre Kreise. Über dem Weiher schwirren vereinzelt kleine Libellen.

Symbiose Fisch - Muschel

Die Teichmuscheln erhalten bald einen wichtigen Mitbewohner: Bitterlinge. Diese Fischart ist wie die Teichmuschel auf der roten Liste der gefährdeten Tierarten. Die beiden Arten befinden sich in einer Symbiose im gleichen Lebensraum.

Die Bitterlinge laichen in den Mantelhöhlen der Teichmuscheln. Im Gegenzug leben die Larven der Muscheln in den Kiemen von Fischen. Möglicherweise wird sich später noch der Edelkrebs im aufgewerteten Feuerweiher ansiedeln.

Das Budget für das Projekt beträgt 80'000 Franken. 70'000 Franken übernimmt der Ökofonds, den Rest die Gemeinde Fraubrunnen. Laut der provisorischen Abrechnung wurde das Projekt unter Budget ausgeführt.

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