Aus drei Schulen wird eine

Studen

Nach einer langen Debatte entschieden sich die Studener für eine Fusion der Schulen Studen, Aegerten und Schwadernau.

Am Montag entschieden die Studener Stimmberechtigten über die Zukunft der Schule Studen (im Bild).

Am Montag entschieden die Studener Stimmberechtigten über die Zukunft der Schule Studen (im Bild).

(Bild: PD)

Simone Lippuner

Der Saal war voll. 110 Studener Stimmberechtigte wollten am Montag mitentscheiden, wie die Zukunft der Schule Studen aussieht. Konkret ging es darum, die heute schwerfällig organisierte Zusammenarbeit der Schulen Studen, Aegerten und Schwadernau durch eine Fusion zu vereinfachen. Aktuell führen Studen und Aegerten den Kindergarten und die Primarstufe gemeinsam. Im Bereich der Oberstufe arbeiten die Gemeinden zusätzlich mit Schwadernau zusammen.

Im Bereich Kindergarten und Primarstufe hingegen arbeitet Schwadernau mit Scheuren. Eine Fusion soll die Strukturen verschlanken und dadurch den Arbeitsaufwand reduzieren. «Heute gibt es viele Doppelspurigkeiten», führte Gemeinderat Stefan Gerber (SP) an der ausserordentlichen Gemeindeversammlung in Studen aus. Das Budget beispielsweise oder das Controlling mit dem Kanton würden für die beiden Organisationen separat gemacht.

Weiter gebe es auf der Primar- und der Sekundarstufe viele Themen, die man künftig gemeinsam angehen sollte, die Schulsozialarbeit beispielsweise. Und nicht zuletzt würden die heutigen Strukturen auch einen grossen Aufwand für die Behördenmitglieder bedeuten: «Für Politiker im Milizsystem kaum noch zu bewältigen», so Gerber.

Der Grundsatzentscheid einer Fusion der verschiedenen Organe zu einer Schulorganisation mit einer Schulleitung und einer Schulbehörde fiel in den Gemeinden 2017. Letzten Herbst fand die Mitwirkung zu «Eine Schule» statt. Und an den letzten beiden Abenden hatten die Einwohner den definitiven Entscheid zu fällen. Nur wenn alle drei Gemeinden Ja stimmen, kann die Fusion vollzogen werden (siehe Box).

Lehrer kritisieren

650 Schülerinnen und Schüler sowie rund 100 Lehrpersonen sind in die Fusion involviert. Primär kritisierten Lehrpersonen der Oberstufe das Vorhaben als teuer und unnötig. «Ein grös­serer Betrieb arbeitet nicht effi­zienter als zwei kleinere Betriebe», sagte der Studener Lehrer Christian Morselli. Er bemängelte unter anderem, dass trotz Zusammenlegung nicht gespart werden kann: «Bei einer Fusion sollten doch möglichst alle profitieren.» Für Morselli hingegen war klar, dass im vorliegenden Fall nur die involvierten Behördenmitglieder Nutzen davontragen, sprich elf Leute.

Unterstützung der PH

Durch Morselli kam die Diskussion in Gang, und weitere Anwesende stellten Fragen zu Kosten und Nutzen der Schulfusion. Für den Gemeinderat ist diese jedoch der einzig gangbare Weg, um die Schule in eine gute Zukunft zu führen. «Ganz unabhängig von unserem Projekt wird die Schule teurer und komplexer», erwiderte Stefan Gerber. «Als grössere Organisation sind wir klar flexibler und haben mehr Potenzial, diese Herausforderungen zu meistern.»

Am Schluss nahmen die Studener das Projekt mit 65 zu 32 Stimmen an. Die Fusion wird per August 2020 umgesetzt und wird nach dem Sitzgemeindemodell funktionieren. Heisst, Studen wird mit Aegerten und Schwadernau Verträge abschliessen. Die Schüler sind von dieser strukturellen Veränderung nicht betroffen: Es schliessen weder Schulhäuser, noch werden Kinder verschoben.

Die Initialkosten für die Fusion, für Auftritt und Logo der neuen Organisation, belaufen sich auf 150 000 Franken. Die Zusammenführung der Lehrerschaft wird von der PH Bern begleitet.

Berner Zeitung

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