Aus der Brache soll ein Platz zum Verweilen werden

Köniz

Ein neuer öffentlicher Platz und zwei weitere Wohn- und Dienstleistungsbauten sollen das Könizer Bläuacker-Zentrum ergänzen. Die Pläne dafür sind alt. Trotzdem steht eine Recyclingsammelstelle im Weg.

Mehr Sitzplätze, Läden, Wohnungen und eine neue Sammelstelle: Der Platz und eines der Gebäude im Modell.

Mehr Sitzplätze, Läden, Wohnungen und eine neue Sammelstelle: Der Platz und eines der Gebäude im Modell.

(Bild: zvg)

Lucia Probst

Bänke und grosse Steinstufen, auf die man sich setzen kann. Hochstammbäume und Büsche sowie Grünflächen und ein Brunnen: Mitten in Köniz will der Gemeinderat einen neuen öffentlichen Platz gestalten. Geplant ist er auf der brach liegenden Fläche neben dem Scherzhaus. «Es soll ein Ort werden, wo man sich gerne aufhält», sagt Gemeinderat Urs Wilk (FDP). Auch für Konzerte, andere künstlerische Darbietungen und Anlässe ist der Platz gedacht. «Sehr schön fände ich zudem, wenn sich ein Wochenmarkt etablieren könnte», sagt Wilk. Kurzum: Der Platz soll mehr Leben ins Könizer Zentrum bringen. Rund 850'000 Franken will die Gemeinde investieren.

Migros und Credit Suisse

Anders als beim Bläuacker-Platz, auf dem die Migros punkto Nutzungen das Sagen hat, wird die Gemeinde über diesen Platz die Hoheit haben. «Das ist natürlich ein Gewinn», sagt Wilk. Nebst dem Platz sind zwei neue längliche Wohn- und Dienstleistungsgebäude geplant, wobei das hintere mit dem heutigen Migros-Bau Bläuacker unter- und oberirdisch verbunden sein wird. Wie Wilk ausführt, wird dort auch die Migros die neuen Gewerbeflächen nutzen.

Bauen soll die Gebäude die Credit Suisse Funds AG. Köniz und die Burgergemeinde Bern, der ebenfalls ein Teil der Parzelle gehört, wollen das Land im Baurecht abtreten. Die Credit Suisse will laut Wilk auch gleich selbst ins Erdgeschoss des Gebäudes direkt an der Schwarzenburgstrasse einziehen. In den oberen Stockwerken beider Häuser werden Mietwohnungen entstehen.

Später als gedacht

Geplant ist all das schon lange als zweite Etappe für den Ausbau des Zentrums Bläuacker, wo vor mittlerweile über zehn Jahren das neue Gemeindehaus und das Migros-Gebäude entstanden sind. «Man wollte diese Etappe eigentlich rascher realisieren», sagt Wilk. Er könne nicht sagen, weshalb sie sich so verzögert ­habe. «Sie war einfach nicht vordringlich.»

Nicht sehr vorausschauend war in dieser Gesamtplanung allerdings die Platzierung der ­Recyclingsammelstelle seitlich des heutigen Migros-Gebäudes. Sie steht nun im Weg. Deshalb muss sie vollständig rückgebaut und umplatziert werden. «Das ist ein Wermutstropfen. Ich weiss nicht, weshalb man sie dorthin gebaut hat», sagt Wilk.

Immerhin: Die Losinger Marazzi AG, die das neue Projekt für die Gemeinde und die Burgergemeinde entwickelt hat, übernimmt 200'000 der 370'000 Franken Mehrkosten, die dadurch entstehen. «Sie kann nichts dafür», betont Wilk, «das ist rein freiwilliges Entgegenkommen.» Neu soll es am Rande des öffentlichen Platzes beim Sonnenweg eine Unterflur-Recyclinganlage geben.

Im Herbst vors Volk

Die Baubewilligung fürs Projekt sei bereits erteilt, sagt Wilk, allerdings noch nicht rechtsgültig. Im Juni soll sich nun das Parlament zum Baurechtsvertrag und zu den Krediten für den Platz und die Sammelstelle äussern. In den Parlamentsunterlagen veröffentlichte der Gemeinderat gestern erstmals auch ein Modellbild zum ganzen Projekt.

Im Herbst werden dann die Kredite und der Baurechtsvertrag dem Könizer Stimmvolk vorgelegt, denn die Summe aller Posten liegt bei über 5 Millionen Franken – womit das Volk entscheiden muss. Bei einem Ja dürften laut Wilk im Frühling 2017 die Bauarbeiten starten. «Weitere Läden und der neue Platz, das wird eine Bereicherung sein.»

Berner Zeitung

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt