«Ich will, dass sich Hofer zurückzieht»

Bern

Der Stadtberner SVP-Parteipräsident Rudolf Friedli verlangt, dass Stefan Hofer seine Kandidatur für den Gemeinderat zurückzieht.

«Stefan Hofer hat mein Vertrauen missbraucht», findet Hofers Parteipräsident Rudolf Friedli.

«Stefan Hofer hat mein Vertrauen missbraucht», findet Hofers Parteipräsident Rudolf Friedli.

(Bild: Urs Baumann)

Rudolf Friedli, Parteipräsident der SVP Stadt Bern, verlangt von Stefan Hofer den Rücktritt als Gemeinderatskandidat, wie er auf Anfrage bestätigt.

Rudolf Friedli, sind Sie als Parteipräsident nicht allzu vertrauensselig?
Rudolf Friedli: Im Nachhinein gesehen vielleicht schon.

Auf der SVP-Gemeinderatsliste steht mit Stefan Hofer ein Kandidat, der früher ein Bordell besass, und wie nun bekannt geworden ist, Sozialhilfebezüger abzockt. Davon haben Sie nichts gewusst...
Ob er abzockt, ist nicht bewiesen. Eine Partei kann letztlich mit vernünftigem Aufwand nicht alles in Erfahrung bringen und ist auf die Information der Kandidaten angewiesen. Stefan Hofer hat mein Vertrauen missbraucht.

Müssten Sie als Parteipräsident Ihre Mitglieder nicht besser kennen?
Ich kenne die Mitglieder. Stefan Hofer kannte ich als Pilot, also ein vertrauenerweckender Beruf. Aber ich finde es bedenklich, wenn ich quasi die Vergangenheit durchleuchten muss. Politik ist doch Vertrauenssache. Ich erwarte, dass ein Gemeinderatskandidat mir die Wahrheit sagt und heikle Punkte anspricht.

Was passiert nun mit Hofers Kandidatur?
Ich will, dass er sich zurückzieht. Heute treffe ich ihn zu einem Gespräch. Aber aus meiner Sicht kann er nicht länger auf der Liste bleiben.

Um sicher zu sein, müssten Sie jetzt eigentlich die anderen SVP-Kandidaten auch überprüfen.
Das überlegen wir uns in der Parteileitung. Ich kann nur sagen: Jede gemachte Erfahrung führt zu neuen Erkenntnissen.

Was bedeutet der Rückzug von Hofer für die SVP-Gemeinderatsliste?
Dazu kann ich im Moment noch nichts sagen. Wir müssen schauen, wer als neuer Kandidat in Frage kommt.

Ist eine gemeinsame Liste mit der FDP dadurch wieder ein Thema?
Wie gesagt: Wir werden prüfen, wer als Kandidatin oder Kandidat in Frage kommt.

Erst am Dienstagmorgen war bekannt geworden, dass die Honag AG, bei der Stefan Hofer bis Ende letzten Jahres Verwaltungsratspräsident war, Zimmer im Löwen in Münchenbuchsee zu «Wucherpreisen» vermietet haben soll.

Bereits letzte Woche war Hofer in die Schlagzeilen geraten: Der heutige Pilot verdiente sein Geld früher mit Prostituierten, erst als Betreiber, später nur noch als Besitzer des Saunaclubs Kleopatra in Bargen im Seeland.

mm/ngg

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