Auf Stadtberner Gebiet soll ein Waldreservat entstehen

Bern

Kanton Bern, Burgergemeinde Bern und die BKW wollen ein Stück des Berner Bremgartenwalds zum Waldreservat erklären. Am Mittwoch haben sie die entsprechenden Unterlagen öffentlich aufgelegt.

Die Erneuerungen der Autobahnen rund um Bern führten zur Idee des Waldreservats im Bremgartenwald. Das Bundesamt für Strassen (ASTRA) verpflichtete den Kanton Bern, wegen der dafür nötigen Rodungen Ersatzmassnahmen vorzunehmen.

Die Erneuerungen der Autobahnen rund um Bern führten zur Idee des Waldreservats im Bremgartenwald. Das Bundesamt für Strassen (ASTRA) verpflichtete den Kanton Bern, wegen der dafür nötigen Rodungen Ersatzmassnahmen vorzunehmen.

(Bild: Andreas Blatter)

Es geht um eine Fläche von 21 Hektaren Wald, wie aus einer Publikation im Anzeiger Region Bern und im Amtsblatt des Kantons Bern vom Mittwoch hervorgeht.

Diese Fläche befinde sich zwischen Halenbrücke und der Lichtung, auf der die Ethologische Station Hasli der Universität Bern liegt, sagte Rolf Lüscher von der kantonalen Waldabteilung 5 am Mittwoch auf Anfrage.

In diesem Waldstück gebe es seltene «Waldgesellschaften», also besondere Gemeinschaften von Bäumen und Bodenpflanzen, aber auch bedrohte Pflanzen- und Tierarten. Die Schaffung eines Waldreservats hat zum Ziel, diese Lebensräume möglichst gut zu schützen und zu erhalten.

Zugang nicht eingeschränkt

Die Einrichtung eines Waldreservats bedeute nicht, dass der Zugang zu diesem Waldstück eingeschränkt werde, sagte Lüscher weiter. Nur die Sicherheitsholzerei entlang den Wegen werde auf ein Minimum beschränkt.

Können die drei Partner das Waldreservat einrichten, werden sie mit Informationstafeln auf die örtlichen Besonderheiten hinweisen. Im Gebiet des geplanten Waldreservats wachsen beispielsweise seltene Orchideenarten und Tiere wie der Feuersalamander und die Zauneidechse leben dort.

Ein Reservat so nahe an einer Stadt wäre laut Lüscher selten. Es wäre «eine Chance, in Stadtnähe die Leute auf diese Naturwerte aufmerksam machen zu können.» Die Burgergemeinde Bern besitzt in Stadtnähe allerdings bereits Wald, der einem Reservat angehört: am Nordhang des Gurtens auf Gebiet der Gemeinde Köniz.

Ausgelöst durch Autobahnsanierung

Ausgelöst wurden die Ideen für ein Waldreservat im Bremgartenwald durch die Erneuerung der Autobahnen rund um die Stadt Bern in den vergangenen Jahren. Das Bundesamt für Strassen (ASTRA) verpflichtete den Kanton Bern, wegen der dafür nötigen Rodungen Ersatzmassnahmen vorzunehmen.

Laut Lüscher war allerdings die Errichtung eines Waldreservats an dieser Stelle schon im Regionalen Waldentwicklungsplan vorgesehen. Der Energiekonzern BKW ist als Waldeigentümer an den Plänen beteiligt. Der Burgergemeinde Bern gehört aber der grösste Teil des betroffenen Waldstücks.

Bis Mitte September liegen nun die Unterlagen der drei Partner öffentlich auf. Es ist möglich, Einsprache gegen die Errichtung eines Waldreservats einzulegen.

Im Kanton Bern gibt es 84 Totalreservate und 39 Teilreservate. Im Bremgartenwald ist ein Totalreservat mit umfassendem Nutzungs- und Pflegeverzicht geplant.

tan/sda

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