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Auf dem Thorberg hat der Ramadan seinen festen Platz

Ramadan – der Monat der Selbstreinigung im Islam. Ihn im Gefängnis zu begehen, ist erlaubt. Die Anstalten Thorberg achten gar besonders auf die religiösen Feiertage. Sie erhoffen sich davon Ruhe.

Die Kapelle der Anstalten Thorberg steht Angehörigen aller Religionen offen.  «Was bringt es, wenn man keine Rücksicht auf die verschiedenen Religionen nimmt?», fragt Direktor Thomas Egger. «Nichts als Ärger.»
Die Kapelle der Anstalten Thorberg steht Angehörigen aller Religionen offen. «Was bringt es, wenn man keine Rücksicht auf die verschiedenen Religionen nimmt?», fragt Direktor Thomas Egger. «Nichts als Ärger.»
Susanne Keller
Thorberg-Direktor Thomas Egger sagt, die Religion spiele eine wichtige Rolle. Nach der Einweisung sind die Insassen zunächst  in Dreierzellen untergebracht. «Wir müssen extrem darauf achten, wer mit wem in der  Zelle ist», so der Direktor.
Thorberg-Direktor Thomas Egger sagt, die Religion spiele eine wichtige Rolle. Nach der Einweisung sind die Insassen zunächst in Dreierzellen untergebracht. «Wir müssen extrem darauf achten, wer mit wem in der Zelle ist», so der Direktor.
Beat Mathys
Genauso in Pöschwies, der schweizweit grössten geschlossenen Strafanstalt. 54 der gut 400 Insassen begehen dort den Ramadan. Sie können das Essen nach Sonnenuntergang in der Zelle einnehmen.
Genauso in Pöschwies, der schweizweit grössten geschlossenen Strafanstalt. 54 der gut 400 Insassen begehen dort den Ramadan. Sie können das Essen nach Sonnenuntergang in der Zelle einnehmen.
Keystone
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Stahlgraue Augen. Sie stechen hervor, wenn Agon H* einen anschaut. Ein schmales Gesicht, überzogen mit einem Dreitagebart. «Es geht mir super», sagt er. Es ist Montag, 11.30 Uhr, H sitzt in einem Anwaltszimmer der Anstalten Thorberg. Die Zeit für einen Spaziergang im Hof ist gerade vorbei, das Mittagessen steht an. Doch Agon H isst nichts. Zwischen Sonnenaufgang, 5.30 Uhr, und Sonnenuntergang, 21.30 Uhr. «Ramadan ist der schönste Monat im Jahr», sagt er.

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