Auch Köniz will keine Velos auf dem Uferweg

Die Idee der Regionalkonferenz, die Spazierwege an der Aare für Velos zu öffnen, fällt in den Vororten definitiv durch. Auch beim Parlament in Köniz.

Die Idee, die Spazierwege an der Aare auch für Velofahrer zu öffnen stösst bei den Vororte nicht auf positive Reaktionen.

Die Idee, die Spazierwege an der Aare auch für Velofahrer zu öffnen stösst bei den Vororte nicht auf positive Reaktionen.

(Bild: Adriana Bella)

Das wars wohl mit dem Projekt Aareschlaufen. Genauer mit dem, was von den ambitionierten Plänen der Regionalkonferenz für den Aareraum zwischen Wabern und der Neubrück übrig geblieben ist. Schon länger zeichnet sich ab, dass die Idee, auf den Uferwegen neben den Spaziergängern auch Velos zuzulassen, nicht nur Freunde hat. Greifbar geworden ist der Widerstand vor allem in den Vororten: Vor zwei Jahren sagte erst Bremgarten Nein, später äusserte sich Zollikofen negativ.

Hohe Kosten

Damit war das Vorhaben im nördlichen Bereich gescheitert. Jetzt, im Herbst 2016, hat es auch im Süden Schiffbruch erlitten: Überraschend deutlich versenkte das Parlament in Köniz einen Vorstoss aus den Reihen der SP, der den Uferweg vom Eichholz in Wabern bis zum Schönausteg in der Stadt Bern für das – hoffentlich – friedliche Nebeneinander öffnen wollte.

Wenig begeistert waren FDP, BDP und SVP. Sie fanden das Ganze schlicht überflüssig und auch zu teuer. Immerhin hatte der Gemeinderat in der Vorstossantwort vorgerechnet, dass die Sache nicht gratis zu haben sein würde. So müsste der Weg von derzeit 1,9 bis 2,8 Metern auf 4,5 Meter ausgebaut werden, was Kosten von 870 000 Franken nach sich zöge. Ein Drittel oder gut 320 000 Franken ginge zulasten von Köniz, weil auch ein Drittel des Wegs auf Könizer Boden liege. Vom Kanton wäre aber ein Beitrag zu erwarten.

Konflikte mit Fussgängern

Gespalten zeigte sich die Mitte. Während sich ein Teil der aus GLP, EVP und CVP zusammengesetzten Fraktion mit der Idee anfreunden konnte, machte Sprecher Casimir von Arx (GLP) aus seiner Ablehnung keinen Hehl. Er tat dies nicht zuletzt als Co-Präsident der Lobbyorganisation Fussverkehr Bern: Der bestehende Weg sei zu schmal und der Konflikt zwischen Spaziergängern und Velofahrern programmiert, sagte er. Und erinnerte daran, dass die Stadtberner Behörden vor diesem Hintergrund gar eine Breite von 6 Metern für ideal halten, wie sie in der Antwort auf einen ähnlichen Vorstoss in ih­rem Parlament schreiben.

Ob Köniz eine solche Strasse direkt am Ufer wirklich wolle? Zumal parallel dazu auf dem alten Gasbahnareal bereits ein – zugegeben ansteigender – Veloweg verlaufe? In seinen Augen, so von Arx weiter, gehe es um eine reine Frage des Komforts. «Ist dieses Projekt das viele Geld wert?»

Nachts günstige Variante

Hansueli Pestalozzi wollte im Namen der Grünen die Sache noch mit dem Hinweis retten, man müsse ja nicht überall auf die maximale Breite gehen – es nützte nichts. Mit 22 Nein gegen 14 Ja sprach sich das Parlament gegen das Ansinnen aus, wobei nicht nur die Kosten mitspielten. So lobte Ulrich Witschi (BDP) die besondere Atmosphäre des heutigen Weges, auf dem an heissen Sommertagen die Badenden in Scharen flanieren.

Derweil sich Heinz Nacht (SVP) als begeisterter Biker insoweit vom Nein seiner Partei absetzte, als er eine viel günstigere Variante anregte: Ob man das bestehende Fahrverbot nicht lockern und gleichzeitig die Velofahrer ausdrücklich dazu anhalten könnte, Rücksicht zu nehmen?

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