Atomkritiker fordern für AKW Mühleberg weitergehende Schritte

Mühleberg

Für Atomkritiker sind die am Mittwoch angekündigten Sicherheitsmassnahmen der BKW für das AKW Mühleberg nicht genug. Sie fordern weitere Schritte, zumal die Kühlwasserentnahme nur eines von vielen Problemen des umstrittenen Kernkraftwerks sei.

AKW Mühleberg: Die AKW setzt Sicherheitsmassnahmen um.

AKW Mühleberg: Die AKW setzt Sicherheitsmassnahmen um.

(Bild: Andreas Blatter)

Für den WWF etwa müssten die Risse im Kernmantel und alle weiteren Probleme so gelöst werden, dass auch unabhängige Experten das AKW als sicher erachten könnten. Das AKW im bernischen Mühleberg solle deshalb erst wieder ans Netz gehen, wenn sämtliche vom ENSI festgehaltenen Mängel behoben seien, schreibt die Organisation.

Schon beim ersten Test sei das AKW Mühleberg durchgefallen, hält die Schweizerische Energie-Stiftung fest und verweist auf drei Prüfungen, die Schweizer AKW beim ENSI nach Fukushima zu bestehen hätten. So müsse die BKW bis Ende März überdies auch zeigen, wie sie mit einem Erdbeben umgehen würde. Die Stiftung fordert deshalb, dass Mühleberg mindestens bis zu diesem Termin abgeschaltet bleibe.

Entscheid vorweggenommen

Für Greenpeace hat die BKW mit ihrem Entscheid lediglich vorweggenommen, was das ENSI ohnehin hätte verfügen müssen. Anstatt stückweise Millionen von Franken in die Nachrüstung zu investieren, solle die BKW ihre Gelder in erneuerbare Energieen aufwenden, findet die Umweltorganisation.

Fokus Anti-Atom kritisiert die Tatsache, dass die BKW als Quelle für das Kühlwasser weiterhin ausschliesslich auf die Aare setze, wie die Vereinigung schreibt. Für sinnvolle Sicherheitsmassnahmen brauche es ausserdem viel höhere Investitionen.

Die AKW-ade-Aktivisten werten die vorübergehende Abschaltung als Teilerfolg ihres Engagements. Die BKW gestehe damit endlich ein, dass der Reaktor seit 40 Jahren eine grosse Gefahr für die Bevölkerung in den Regionen Bern, Biel und Freiburg darstelle.

Für immer abschalten

Von den Parteien forderte die SP einen endgültigen Verzicht auf den Weiterbetrieb des Kernkraftwerks in Mühleberg. Die bisherige Haltung der BKW lasse erahnen, wie gravierend die vorhandenen Sicherheitsmängel sein dürften, schreibt die Partei.

Die Grünen kritisieren vor allem den Fokus der BKW alleine auf die Kühlwasserentnahme. Aufgrund der weiteren «Gefahrenherde» müsse der bernische Regierungsrat «alles daran setzen, dass das AKW Mühleberg nach den Revisionsarbeiten vom Netz genommen und nicht wieder angeschlossen» werde.

js/sda

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