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Asylbewerber polieren Eis auf dem Schwarzsee

Die Bewegungszone ist derzeit um 47 Hektaren grösser. Das Eis des Schwarzsees steht allen offen, zum Eislaufen, Hockeyspielen und Spazieren.

Bei rund zehn Grad unter null schaufelt ein Dutzend Asylsuchende des Zentrums Guglera den Schnee von rund 500 Quadratmetern,
Bei rund zehn Grad unter null schaufelt ein Dutzend Asylsuchende des Zentrums Guglera den Schnee von rund 500 Quadratmetern,
Raphael Moser
So sorgen für eine glatte, saubere Eisfläche zum Schlittschuhfahren.
So sorgen für eine glatte, saubere Eisfläche zum Schlittschuhfahren.
Raphael Moser
Dass es am Wochenende wärmer wird, ist daher kein Problem
Dass es am Wochenende wärmer wird, ist daher kein Problem
Raphael Moser
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Der Schwarzsee ist gefroren. Angesichts des zu erwartenden Publikumsansturms wird auf dem Eis hart gearbeitet: Bei rund zehn Grad unter null schaufelt ein Dutzend Asylsuchende des Zentrums Guglera den Schnee von rund 500 Quadratmetern, wischt das grosse Rechteck mit Besen glatt, bis es glänzt und bereit ist zum Schlittschuhlaufen am Wochenende.

Ein Mann hält einen Moment inne und sagt: «Ich mag diese Arbeit, sie gibt warm.» Er lacht, sagt, er sei aus Nigeria und freue sich, eine Beschäftigung zu haben. Kaum ist das Eis bereit und die orange gekleidete Equipe abgezogen, betreten die ersten Spaziergänger das Eis: Sie ziehen Schlitten mit Kindern, sind allein oder in kleinen Gruppen, von Hunden begleitet. Mit der Zeit bewegt sich eine immer grössere Karawane von Menschen über den See.

Circa 15 Zentimeter

Erfreut schaut Adolf Kaeser, Geschäftsführer von Schwarzsee Tourismis dem Treiben zu. Er weiss, wie dick das Eis ist. «Am Morgen haben wir mit der Motorsäge einen Keil herausgesägt und gemessen», sagt er. Zwei Eisschichten bedecken den See. Die untere misst circa 7 Zentimeter, die darüber ist 8 bis 9 Zetimeter dick und verfestigt sich mit jedem kalten Tag. Dass es am Wochenende wärmer werde, sei kein Problem, versichert Kaeser.

«So schnell schmilzt das Eis nicht. Wir kontrollieren es regelmässig und sind da sehr vorsichtig.» In den 18 Jahren seiner Amtszeit sei nie etwas passiert. Trotzdem sind rundum am Ufer Schilder platziert, die darauf hinweisen, dass das Betreten des Eises auf eigene Verantwortung geschieht. Der See ist an seiner tiefsten Stelle nur gerade zehn Meter tief. Das Wasser speichert so weniger Wärme und gefriert relativ rasch.

«So schnell schmilzt das Eis nicht. Wir kontrollieren es und sind da sehr vorsichtig.»

Adolf Kaeser, Schwarzsee Tourismus

Inoffizielle Loipe

Nebst dem Spazierweg wurde mit einer Walze auf dem gefrorenen See auch eine Loipe präpariert. Darauf zieht ein einzelner Langläufer seine Runden, 19-mal will Jean-Bernard Kolly aus Plaffeien den See umrunden, dann wird er rund 60 Kilometer zurückgelegt haben. «Ich bin froh um diese Gelegenheit, so muss ich nicht zur Loipe auf den Gurnigel hochfahren», sagt der Sportler, der von Frau und Töchtern begleitet zum Schwarzsee anreiste. Die Kinder haben Spass, sich auf der grossen Fläche auf dem See zu tummeln, während viele Erwachsene auf einer Ruhebank die Sonne geniessen.

Adolf Kaeser betont, dass es sich um eine «inoffizielle» Loipe handle, die auch Spaziergängern offenstehe. Markierungen gibt es keine. Aber der See ist übersichtlich, und genug Platz ist auch vorhanden. «Die Leute kommen sich hier nicht in die Quere.»

Mit Spalten

Ein Rundgang auf dem See zeigt, dass das Eis keine homogene Fläche ist, sondern dass ein paar wenige, lange, dünne Spalten darauf verlaufen. Bei Stille ist ab und zu ein Knacken zu hören, das aber offenbar harmlos ist. Das Eis ist stabil. Wäre es noch etwas dicker, könnten sogar Kleinflugzeuge darauf landen.

Ein Gleitschirmflieger kreist über dem See, dreht eine Spirale in der Luft und landet gekonnt unweit von staunenden Spaziergängern. Ein Mädchen bewegt sich mit Schlittschuhen auf der Eisfläche und versucht, rückwärtszufahren. Auf einem besonderen Eisfeld übt ein Mann das Eisstockschiessen.

Anders als die Menschen tummeln sich die Schwarzseeenten an den eisfreien Plätzen beim Zu- und Abfluss des Sees, zwischen dem Schilf. Die Asylbewerber fahren zurück zur Guglera. Sie werden aber wiederkommen und dafür sorgen, dass die Eisbahn in Ordnung ist.

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