Armee-Drohnen reissen Berner aus dem Schlaf

In der Nacht auf Mittwoch hat die Luftwaffe zu Übungszwecken Aufklärungsflüge mit Drohnen durchgeführt. Die Drohnen flogen tiefer als sonst und bescherten deshalb einigen Bernern eine schlaflose Nacht.

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Da nützte selbst der beste Pamir nichts mehr: Wegen eines Höllenlärms am Schweizer Himmel dürfte in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch manch ein Bewohner kaum ein Auge zubekommen haben. Der Grund für die nächtliche Ruhestörung sind drei Ranger-Drohnen der Schweizer Luftwaffe.

Sie waren zwischen 22 und 6 Uhr in den Kantonen Luzern, Bern, Freiburg und Waadt un­terwegs, wie das Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) auf Anfrage bestätigt. «Es ging darum, zugunsten eines militärischen Verbandes eine Übung zu unterstützen», sagt Armeesprecherin Delphine Allemand. Die Drohnen seien mit einer Wärmebildkamera ausgestattet gewesen, um Livebilder zu übertragen. Beim militärischen Verband habe es sich um eine Einheit der Elektro­ni­schen Kriegsführungs-Schule der Schweizer Armee gehandelt.

Täglich Drohnen im Einsatz

Armeedrohnen am Schweizer Himmel? Laut Allemand durchaus keine Seltenheit: «Drohnen der Schweizer Luftwaffe sind ­täglich im Einsatz.» Dies etwa für Ausbildungsflüge oder das Grenz­wachtkorps. Nachtflüge für militärische Übungen wie in der Nacht auf gestern kämen hingegen nur fünf- bis zehnmal pro Jahr vor. In der Regel merke man von ihnen wenig.

«Wäre besseres Wetter gewesen, wären die Drohnen höher geflogen.»Delphine Allemand, VBS

Diesmal hat der Luftwaffe jedoch das schlechte Wetter einen Streich gespielt. Es zwang die Drohnen, auf vergleichsweise tiefen 2700 Metern über Meer zu fliegen. «Wäre besseres Wetter gewesen, wären die Drohnen höher geflogen.» Der Lärm wäre in diesem Fall kaum wahrnehmbar gewesen, so Allemand. «Wenn immer möglich» informiere man die Bevölkerung über entsprechende Nachtflüge. Diesmal sei es schlicht vergessen gegangen.

Reklamationen wegen Einsatz

Dass ein Teil der Bevölkerung eine Vorankündigung zu schätzen wüsste, zeigten die Reaktionen am Mittwochmorgen. Zahlen könne man zwar keine nennen, laut VBS sind aber «ein paar Reklamationen und Anfragen zum Einsatz» eingegangen.

cha

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