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Arcobello zerstört das Spinnennetz

Bern findet in extremis zum Siegen zurück. In Zug dreht die Equipe von Kari Jalonen die Partie mit zwei Toren in den letzten zwei Minuten.

Späte Erlösung: Mark Arcobello jubelt mit seinen Teamkollegen nach dem Siegtor.
Späte Erlösung: Mark Arcobello jubelt mit seinen Teamkollegen nach dem Siegtor.
Keystone

Es ist eine grosse Herausforderung, in der National League den Überblick zu haben. Die Abstände zwischen den Teams sind gering. Drei Punkte genügen, um in der Rangliste mit Siebenmeilenstiefeln nach oben zu klettern. Bei einer Niederlage geht es im Fahrstuhl abwärts. Vor der Begegnung in Zug war der SC Bern Vierter – nach dem 4:3-Erfolg nimmt er das Derby heute gegen Langnau als Leader in Angriff.

In Zug konnten die Berner der Baisse mit zuletzt drei Niederlagen in Folge immerhin resultatmässig entgegenwirken. Der Sieg kam glückhaft zustande. Nicht nur, weil die Gäste von einer Unachtsamkeit der Unparteiischen profitierten. Mehr dazu später. Achtsam war im Startdrittel vor allem der Berner Trainer Kari Jalonen. Er liess die Entstehung des ersten Treffers durch Zugs Miro Zryd nochmals überprüfen – und tatsächlich: Dem Angriff war eine Abseitsposition vorausgegangen.

Jalonen schmunzelte kurz und durfte sich anschliessend über das Führungstor seines Teams freuen. Tristan Scherwey traf mit einem Direktschuss. Die Führung war schmeichelhaft, hatten doch die Zuger den ersten Abschnitt geprägt. Der Berner Torhüter Leonardo Genoni trug einiges zur Unterhaltung bei. Als wollte er sein künftiges Revier erkunden, verliess er zweimal den Torraum, konnte den Puck nicht behändigen und ermöglichte dem EVZ auf diese Weise zwei ausgezeichnete Möglichkeiten. Zwischen den Pfosten aber war er zur Stelle: Genoni stoppte insgesamt 42 Schüsse.

Kleiner Schütze ganz gross

Im Mittelabschnitt glich Lino Martschini aus, nachdem SCB-Verteidiger Jérémie Kamerzin den eigenen Goalie aus der Balance gebracht hatte. Dass der Gast trotz Schussverhältnis von 15:32 gegen sich mit einer Führung in die zweite Pause ging, lag erstens an Torschütze Simon Moser. Zweitens an Zugs Verteidiger Dominik Schlumpf, der neben dem eigenen Tor die Scheibe verloren hatte. Drittens aber, und das vor allem, an den Spielleitern. Vor der Aktion hatten die Berner die Scheibe aus der eigenen Zone hinter das Zuger Tor spediert, die Partie wurde unkorrekterweise fortgesetzt.

Mehr Aufreger? Bitte schön. In der 43. Minute zog Zugs Schwede Dennis Everberg in Unterzahl auf und davon, Gaëtan Haas stoppte ihn regelwidrig. Weil seit dieser Saison nicht mehr der Gefoulte den Penalty ausführen muss, nahm Martschini Anlauf. Der Topskorer fand zwischen Genonis Schonern die Lücke. Eine Szene später jubelte das Heimteam erneut. Weil Everberg dieses Mal den Berner Torhüter behindert hatte, hiess es für die Zuger: Strafe statt Führung.

«Der Sieg tut extrem gut. Nun müssen wir gegen Langnau nachdoppeln.»

Captain Simon Moser

Was machte der SCB aus der vorteilhaften Situation? Er wärmte seinerseits die Strafbank mit zwei Spielern. Es profitierte, natürlich, Martschini. Der kleine Angreifer (167 Zentimeter gross) wurde mit seinem dritten Treffer zur grossen Figur des Abends – aber nicht zum Matchwinner. Calle Andersson glich aus (58.), Mark Arcobello traf zwei Sekunden vor Ablauf der regulären Spielzeit nach einem Energievorstoss Tristan Scherweys ins Glück. «Zug hat uns zeitweise eingeschnürt, wir mussten leiden. Der Sieg tut extrem gut», sagte Captain Simon Moser. «Nun müssen wir gegen Langnau nachdoppeln.»

Die Krise schlich sich zuletzt an Bern heran wie eine Spinne. Langsam und bedächtig wob sie ihre Fäden. Die Berner schienen sich im Netz zu verfangen: 2:3 gegen Ambri, 1:4 gegen Lausanne, 0:1 gegen Malmö – und gestern bis in die 58. Minute 2:3. Dann zerstörten Andersson und Arcobello das Netz mit präzisen Schüssen. Aber: Haben sie damit auch die Spinne vertrieben?

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