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Arbeitslose EU-Bürger auch in Bern unterwegs

Arbeitslose EU-Bürger auf der Suche nach Jobs gibt es auch im Kanton Bern. Allerdings seltener als etwa im Kanton Zürich.

Der Campingplatz Eichholz hatte einige Anfragen arbeitssuchender EU-Bürger, will diese aber möglichst nicht auf dem Platz.
Der Campingplatz Eichholz hatte einige Anfragen arbeitssuchender EU-Bürger, will diese aber möglichst nicht auf dem Platz.
zvg

Die Krise in Europa treibt mehr arbeitslose EU-Bürger in die Schweiz. Diese reisen meistens einfach einmal herum, um die Lage vor Ort zu prüfen. So landen sie auch im Kanton Bern. Hier suchen sie beispielsweise Arbeit auf Baugewerbe oder in der Landwirtschaft. Meistens kommen sie aus Südeuropa - aus Spanien, Italien oder Portugal - und haben kein Geld. Deshalb sind sie auf der Suche nach günstigen Übernachtungen. Eine Möglichkeit sind Campingplätze, wie Beispiele aus Wollishofen bei Zürich zeigen. Auf dem dortigen Camping hatte man diesen Sommer so viele arbeitssuchende Leute aus Europa wie nie zuvor und diese blieben länger, als in anderen Jahren.

Beim stadtnahen Campingplatz Eichholz bei Bern beispielsweise hatte man auch Anfragen von arbeitslosen EU-Bürgern. «Es sind einige gekommen und haben gefragt, ob sie später, wenn sie einen Job haben, bezahlen können. Das geht bei uns aber nicht», sagte Beat Müller, Leiter Freizeitanlagen im Camping Eichholz. «Bei uns muss man die Übernachtungen immer im Voraus bezahlen.» Nicht von allen Gästen aus EU-Ländern habe Müller jedoch gewusst, warum sie hier seien. Möglicherweise seien einzelne auch auf Jobsuche gewesen.

Weniger als in anderen Kantonen

Die Campingplatzbetreiber tauschen sich auch untereinander aus. Dabei sei herausgekommen, dass in Bern weniger arbeitssuchende EU-Bürger ihr Glück probieren, als etwa in Basel, Luzern oder Zürich. Darüber ist Beat Müller nicht unglücklich: «Wir wollen diese Gäste bei uns auch nicht. Sie haben nichts zu tun, hängen herum und trinken deshalb zu viel Alkohol», wisse er von andern Campingplatzbetreibern. Die Arbeitssuche in der Schweiz ist für EU-Bürger legal. Zudem handelt es sich laut Fachleuten um ein Randphänomen, denn die meisten Zuzüger aus Staaten wie Portugal oder Spanien haben bereits bei der Einreise einen Arbeitsvertrag.

Der zweite Campingplatz auf Berner Stadtboden ist in der Eymatt am Wohlensee. Er gehört dem Touring Club der Schweiz (TCS) – wie 36 weitere in der ganzen Schweiz. Trotz der Beispiele aus Wollishofen will man beim TCS jedoch nichts von arbeitslosen Menschen aus der EU auf den Campings wissen. «Die 37 Campingplätze des TCS werden grossmehrheitlich von Saisoncampern, TCS-Mitgliedern und Tagestouristen belegt», meinte David Venetz, PR-Verantwortlicher des TCS. Er könne zwar nicht gänzlich ausschliessen, es sei aber wenig wahrscheinlich, dass EU-Bürger sich auf TCS-Campingplätzen niederliessen, um in der Schweiz Arbeit zu finden.

Ein Ende der Krise in Europa ist noch nicht absehbar und zudem ist bald Herbst und die Campingsaison sowieso vorbei. Wer jetzt keinen Job und damit wohl auch eine Wohnung gefunden hat, wird wieder nach Hause reisen - oder bei Verwandten oder Bekannten Unterschlupf suchen.

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