Anwohner wehren sich erfolgreich gegen die Stadtnomaden

Bern

Die Stadtnomaden ziehen nicht ins Gäbelbachtal. Wegen des Widerstands der Anwohner hat die Stadt Bern entsprechende Umzugspläne begraben. Die Stadt sucht möglichst rasch nach einer anderen Lösung für die Stadtnomaden.

Hierhin ins Gäbelbachtal hätten Mitte August die Stadtnomaden ziehen sollen.

Hierhin ins Gäbelbachtal hätten Mitte August die Stadtnomaden ziehen sollen.

(Bild: Markus Ehinger)

Ralph Heiniger

Entwarnung für die Eymatt. Am Montag um 16.40 Uhr kam für die Anwohner die erlösende Meldung mit dem Titel «Stadtnomaden ziehen nicht in die Eymatt» von der städtischen Präsidialdirektion. Die Stadtnomaden bleiben also vorerst auf dem Schermen-Areal und werden nicht, wie vorgesehen, auf ein Feld im Gäbelbachtal ziehen.

Die städtischen Behörden sind gestern Montag auf ihren Standortentscheid zurückgekommen. «Grund dafür sind die negativen Reaktionen von Anwohnerinnen und Anwohnern der nahe gelegenen Siedlung», erklärt der städtische Infochef Walter Langenegger. Die Anwohner haben sich heftig dagegen gewehrt, dass sich die Stadtnomaden bis Ende November in ihrer Nachbarschaft niederlassen. Es wurde sogar mit Strassensperren gedroht. Die Freude über den Entscheid ist bei Hans Stucki, der sich als Vertreter der Riedligmeinschaft in der Eymatt gegen die neuen Nachbarn eingesetzt hat, riesig. «Wir sind sehr froh, dass die Stadtregierung die Anwohner ernst genommen hat.» Die Anwohnerinnen und Anwohner der Eymatt hätten durch ihren Widerstand Zivilcourage bewiesen, so Stucki.

«Demnächst» weg vom Schermen-Areal

Die Stadt will nun «möglichst rasch» eine andere Lösung für die Stadtnomaden finden, heisst es in einer Medienmitteilung. Wann genau müssen die Stadtnomaden mit ihren zahlreichen Wohnwagen, Traktoren und Hunden das Schermen-Areal verlassen? «Demnächst», sagt Langenegger, der sich nicht auf ein fixes Datum festlegen will. «Wenn es letztlich um einige Tage mehr oder weniger geht, lassen wir die Fünf gerade sein.» Wohin sie gehen werden, ist ebenfalls noch offen. Langenegger wollte sich auf keine Spekulationen einlassen.

Alternative Standorte zum Gäbelbachtal aufgetaucht

Die Stadtnomaden ziehen alle drei Monate weiter. Geplant war, dass sie nach ihrem Aufenthalt im Gäbelbachtal aufs Viererfeld gehen. Ende September stimmt die Stadt Bern über den Zonenplan Riedbach ab. Dort will die Stadt eine dauerhafte «Zone für Wohnexperimente» schaffen.

Bisher lagerten die Stadtnomaden vor allem in der Wankdorf-City, Neubrück und im Mittelfeld. Die Befürchtung, dass die Stadtnomaden an gar keinem Ort willkommen sein könnten, teilt der Chef des städtischen Infodienstes nicht. «An den Standorten, an denen die Stadtnomaden die letzten Jahre verbracht haben, gab es wenige negative Reaktionen.»

Auf telefonische Anfrage hat ein Vertreter der Stadtnomaden demnächst ein Communiqué in Aussicht gestellt. Bis Redaktionsschluss ist dieses nicht eingetroffen.

Berner Zeitung

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