Anwohner bremsen McDonald’s im Stade de Suisse

Bern

Anwohner des Stade de Suisse befürchten, dass der geplante McDonald’s im ehemaligen Restaurant Walter mehr Abfall und Verkehr verursachen wird. Sie haben darum gegen den Bau Einsprache erhoben.

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McDonald’s stösst im Nordquartier mit seinen Plänen auf Widerstand. Wie Regierungsstatthalter Christoph Lerch bestätigt, ist gegen das Baugesuch der Fast-Food-Kette eine Einsprache eingegangen. McDonald’s will in den Räumen des Restaurants Walter im Stade de Suisse eine Filiale eröffnen. Dazu soll das Walter umgebaut und die Aussenbewirtungsfläche erweitert werden.

Die Einsprache kommt von der IG Lebensqualität im Wankdorf und Breitfeld, einem Zusammenschluss von rund zwanzig Anwohnerinnen und Anwohnern. Hansueli Mesmer ist Co-Präsident der IG: «Wir wollen das neue Restaurant nicht verhindern, es geht nicht gegen McDonald’s», sagt er. Zwei Punkte müssten aber genauer angeschaut werden, ohne dass die IG die Sache unnötig verzögern wolle: Es sind der Abfall und der Verkehr, die den Anwohnern Sorgen bereiten.

Mehrweggeschirr gewünscht

Littering beschäftigt die Anwohner seit geraumer Zeit. Die Abfallsammelstelle an der Sempachstrasse neben dem Stadion sorge bereits für Probleme, so Mesmer. Der McDonald’s könnte zu noch mehr Abfall führen. Am liebsten sähe es die IG, wenn McDonald’s Mehrweg-, statt Einweggeschirr verwenden würde. Wenn diese Forderung nicht erfüllt werden könne, müsse mindestens ein Abfallkonzept her. Und dieses sollte gleich an die Betriebsbewilligung des Restaurants gebunden werden. Wenn Abfall im Quartier weggeschmissen wird, müsste sich McDonald’s an den Mehrkosten beteiligen.

Mehr Verkehr ist die andere Sorge der Anwohner. «Wir gehen davon aus, dass ein McDonald’s mehr Betrieb auslösen wird als das Walter», so Mesmer. Und Betrieb hätten sie im Quartier mit den Stadien, dem Einkaufszen­trum und dem Messegelände bereits mehr als genug. Die Gäste würden voraussichtlich im Parking des Stadions parkieren. «Aber theoretisch könnten sie das auch im Quartier tun», sagt Mesmer. Der Vorschlag der IG: McDonald’s müsse die Gäste mit Schildern darauf hinweisen, dass sie im Stadion parkieren sollen.

«Wir gehen davon aus, dass ein­ McDo­nald’s mehr Betrieb auslösen wird als das Walter.»Anwohner Hansueli Mesmer

Kurt Dallmaier glaubt nicht, dass es im Quartier mehr Verkehr geben wird. Es habe genügend Parkplätze im Haus, sagt der Lizenznehmer des geplanten McDonald’s. Sowieso würden die Gäste nicht extra mit dem Auto anfahren, weil es ja kein Drive-in sei. Es sei eine Tatsache, dass ein Abfallproblem hauptsächlich bei Drive-ins zu beobachten sei, also bei Filialen, wo die Gäste das Essen im Auto abholen. Das Abfallkonzept an das Betriebskonzept zu binden, erachtet Dallmaier als schwierig. Aber man sei zu Kompromissen bereit. Man werde sich besprechen und eine Lösung finden, gibt er sich zuversichtlich. Bereits am Freitag trafen sich die Parteien – das ging Fast-Food-mässig schnell.

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