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André Urwyler ist jetzt ein Wanderprediger

Er vermisst die Gemeinde, in der er etwas aufbauen kann, geniesst dafür die vielen neuen Kontakte: Nach seiner zuletzt turbulenten Zeit in Köniz ist André Urwyler als Pfarrer im Seeland und rund um Bern unterwegs.

Stephan Künzi

Rund zwanzig Leute sind im Gemeindehaus von Hermrigen zusammengekommen, in einem Raum, dem noch heute der Charme des Schulzimmers von einst anhaftet. Die Holzsäule in der Mitte prägt die Stube genauso wie die dunkle Decke, in einer Ecke steht ein Klavier. Seinen Part übernimmt an diesem Morgen aber ein Elektropiano. Es stimmt die kleine Schar auf die besinnliche Stunde ein, begleitet später auch den Gesang. Neben einer brennenden Kerze steht André Urwyler, der Pfarrer. Zwei Wochen vor Ostern ist der Jünger Judas das grosse Thema in seiner Predigt. Gemäss biblischer Tradition hat dieser Jesus verraten und so dem Kreuzestod und der österlichen Auferstehung überhaupt den Weg geebnet. Urwyler fragt: Ob Judas als Inbegriff des Bösen in der Überlieferung nicht zu schlecht wegkommt? Ob nicht in jedem ein Stück Judas steckt, das sich umso leichter verdrängen lässt, sobald ein eindeutiger Sündenbock gefunden ist?

«Schätze Kraftorte»

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