Ampeln gegen den Stau

Muri

Eine gefährliche Kreuzung, verstopfte Nebenstrassen, Stau auf der Autobahn: Der Verkehrsknoten an der A 6 bei Muri ist heute regelmässig überlastet. Das soll sich bald ändern.

Wird aufgehoben und durch einen Kreisel ersetzt: Die gefährliche Kreuzung zwischen Autobahnausfahrt (links), Thunstrasse (Mitte) und Zubringer Richtung Worb (rechts).

Wird aufgehoben und durch einen Kreisel ersetzt: Die gefährliche Kreuzung zwischen Autobahnausfahrt (links), Thunstrasse (Mitte) und Zubringer Richtung Worb (rechts).

(Bild: Raphael Moser)

Christoph Albrecht

Es ist ein Perimeter, auf dem ei­niges zusammenläuft: der Verkehrsknoten an der Autobahn bei Muri. Hier befahren und verlassen Fahrzeuge die A 6. Hier kommen und gehen Autos von und nach Allmendingen, Worb, Muri und Bern.

Und hier mündet die Feldstrasse aus Gümligen ein. Gerade zu Spitzenzeiten am Morgen und am Feierabend bedeutet das viel Verkehr. Dass dieser in nächster Zeit abnimmt, ist alles andere als absehbar. Im Gegenteil: «Mit dem Ausbau des Gümligenfelds wird der Verkehr hier künftig zunehmen», sagt Mark Siegenthaler vom Bundesamt für Strassen (Astra).

Der Bund hat zusammen mit dem Kanton und der Gemeinde Muri deshalb schon vor einigen Jahren ein Konzept ausgearbeitet, um den Verkehr in diesem laut Siegenthaler «sehr wichtigen Perimeter» besser zu lenken. Nach langer Planung geht es mit dem Ausbau nächste Woche nun los (siehe Infobox).

Das Herzstück des Projekts wird ein neuer Kreisel auf der Thunstrasse sein. Über ihn wird sich in Zukunft ein grosser Teil des Verkehrs abwickeln. Wer zum Beispiel die A 6 von Thun her verlässt, wird künftig nicht mehr an die stark befahrene Kreuzung neben dem Grossmarkt Top CC gelangen, sondern eben in den Kreisel. Das Gleiche gilt für die Fahrzeuge von und nach Allmendingen.

Mehr Sicherheit dank Kreisel

Der Kreisel soll vor allem die Sicherheit erhöhen. «Die Kreuzung war lange ein Unfallschwerpunkt», sagt Siegenthaler. Sie wird deshalb zugunsten des Kreisels aufgehoben. «Damit wird es nicht mehr so häufig zu heiklen Situationen kommen.»

«Die Kreuzung war lange ein Unfallschwerpunkt.»Mark Siegenthaler, Astra

Profitieren wird vom neuen Kreisel insbesondere der Langsamverkehr, der auf der Thunstrasse von und nach Allmendingen unterwegs ist. «Durch die neue Verkehrsführung werden Bus sowie Velofahrer bevorzugt», so Siegenthaler. Gerade der Linienbus soll an dieser Stelle bald deutlich flüssiger durchkommen.

Dazu beitragen werden künftig Ampeln, die auf sämtlichen Zufahrten zum Kreisel installiert werden – darunter auch eine auf der neuen, leicht nach Süden verlegten Autobahnausfahrt von Thun her. Sie wird zu Spitzenzeiten teilweise auf Rot sein, damit der Bus freie Fahrt hat. Die Gefahr, dass sich die Autos dadurch auf die A 6 zurückstauen, besteht laut Siegenthaler nicht. «Die Ampel wird jeweils nur für ein paar Sekunden auf Rot stehen.»

Dosiert auf die A 6

Eine Änderung gibt es ebenfalls für die Autofahrer, die aus der entgegengesetzten Richtung – also von Bern her – kommen. Wer die A 6 in Muri künftig in Richtung Top CC oder Allmendingen verlässt, wird nicht mehr zuerst über die beiden nördlichen Kreisel bei der Thunstrasse respektive beim Gümligenfeld geführt, sondern neu über den Autobahnzubringer Richtung Worb, der ebenfalls mit dem neuen Kreisel verbunden ist.

So sieht der Plan für den neuen Autobahnanschluss aus. Zum Vergrössern hier klicken.

Diese Massnahme soll die drei bestehenden Kreisel rund um das Gümligenfeld entlasten, zumal die Planer in diesem Bereich längerfristig mit zunehmendem Verkehr rechnen.

Eines der Hauptziele des neuen Regimes ist es zudem, den Verkehr auf der A 6 grundsätzlich flüssiger zu halten. Hier wird bald ein Dosiersystem Abhilfe schaffen. Konkret werden vor der Einfahrt auf die Autobahn in Richtung Bern mehrere Ampelan­lagen installiert.

«Die Fahrzeuge werden dann bei hohem Verkehrsaufkommen nur noch dosiert auf die A 6 gelassen», sagt Mark Siegenthaler. Das werde zwar zu gewissen Wartezeiten für einfahrende Autos führen. «Dafür steckt man aber nicht mehr so oft bis in den Ostring im Stau.»

Weniger Verkehr im Quartier

Eine letzte entlastende Massnahme betrifft schliesslich die Feldstrasse. Dort wird zu bestimmten Zeiten ein Fahrverbot mit Zubringerdienst für Anwohner gelten. Ziel ist, damit den heutigen Schleichverkehr durchs Quartier zu verhindern. Wann genau die neue Regel in Kraft tritt, muss der Gemeinderat noch bestimmen.

Berner Zeitung

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