Alternative Kultur in Geldnot

Bern

Sowohl die Heitere Fahne als auch der Zirkus Chnopf bekunden Finanzierungsprobleme.

Sucht Hilfe via Politik: der Kulturbetrieb Heitere Fahne in Wabern.

Sucht Hilfe via Politik: der Kulturbetrieb Heitere Fahne in Wabern.

(Bild: Urs Baumann (Archiv))

Marina Bolzli@Zimlisberg

Erfolgreich, beim Publikum beliebt und etabliert: Die Heitere Fahne in Wabern hat sich in den letzten fünf Jahren zum ersten und einzigen inklusiven Kulturhaus der Schweiz entwickelt. Der Zirkus Chnopf, der eine unterhaltsame artistische Zirkusshow mit Nachwuchstalenten bietet, ist seit bald dreissig Jahren schweizweit auf Tour und war das Sprungbrett für so manche Karriere. Doch beide klagen über Geldnot. Und beide suchen jetzt nach einer gesicherten Finan­zierung.

Variante 1: Die Politik einschalten

Bei der Heiteren Fahne setzt man auf den politischen Weg. Vorgestern reichte sie in Köniz eine Petition ein, die von der Standortgemeinde eine nachhaltigere Finanzierung fordert. 1309 Personen haben das Begehren unterschrieben. Gleichzeitig wird nächsten Montag eine Motion mit derselben Forderung im Könizer Parlament behandelt. Sie wurde im Dezember 2017 durch Iris Widmer (Grüne) überparteilich eingereicht. Der Gemeinderat schlägt vor, die Motion in ein Postulat umzuwandeln und gleichzeitig die Kulturstrategie zu überarbeiten und das Profil aller Kulturinstitutionen der Gemeinde zu schärfen.

Gibt Köniz aber nicht mehr als den bisherigen Pauschalbetrag von 15 000 Franken im Jahr an die Heitere Fahne, kann auch der Kanton wegen des Subsidiaritätsprinzips nicht mehr geben. In einer Medienmitteilung rechnet die Heitere Fahne vor, dass die Grundlage für den Betrieb eines inklusiven Kulturhauses aber bei rund 150 000 Franken liegen würde. Die Diskussion im Parlament dürfte heftig werden.

Variante 2: Crowdfunding

Beim Zirkus Chnopf setzt man derweil auf Crowdfunding. Der Zirkus, der vom Langnauer Konrad Utzinger betrieben wird, ist seit je im Zürcher Zirkusquartier beheimatet. Da das budgetierte Geld vom Zürcher Kulturdepartement in diesem Jahr ausblieb, hat der Zirkus nun akute finanzielle Probleme. Konkret fehlen 25 000 Franken.

Auf der Crowdfunding-Plattform Wemakeit legen Utzinger, Produktionsleiter Dave Sieger und der künstlerische Leiter Matthias Schoch (beide ebenfalls Berner) dar, warum man den Zirkus nun nach Bern zügeln möchte, und erzählen lustvoll, weshalb es sich lohnt, den Chnopf zu unterstützen. Es bleiben 42 Tage Zeit, das Freilichtspektakel zu retten. Um den Zirkus Chnopf kennen zu lernen, kann man auch einfach eine Vorstellung besuchen.­ ­Morgen Freitag, 19.30 Uhr, am Samstag und Sonntag um 16.30 Uhr auf der Warmbächli-Brache in Bern – beim zehnten Säbeli Bum.

Berner Zeitung

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