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Neue «Markthalle» geplant – Besetzer stellen sich quer

Der Kanton Bern hat die seit 2017 besetzte Schreinerei bei der Pädagogischen Hochschule verkauft. Dort sollen ein Restaurant und Wohnungen entstehen. Die Besetzer wollen aber bleiben.

Frühlingserwachen in der Hausbesetzerszene: Publikumsandrang vor dem Pizzaofen des Kollektivs «Fabrikool», das die alte Wagenfabrik (mit der Backsteinfassade) in Beschlag genommen hat. (24.02.2017).
Frühlingserwachen in der Hausbesetzerszene: Publikumsandrang vor dem Pizzaofen des Kollektivs «Fabrikool», das die alte Wagenfabrik (mit der Backsteinfassade) in Beschlag genommen hat. (24.02.2017).
Urs Baumann
Das Kollektiv veranstaltete eine Art Fest und servierte unter anderem Pizza aus einem selbstgebauten Ofen.
Das Kollektiv veranstaltete eine Art Fest und servierte unter anderem Pizza aus einem selbstgebauten Ofen.
Florine Schönmann
Alle sollen sich einbringen können, so der Grundsatz des Kollektivs.
Alle sollen sich einbringen können, so der Grundsatz des Kollektivs.
Florine Schönmann
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Jahrelang stand die alte Schreinerei auf dem Von-Roll-Gelände einfach leer. Kein Mensch nahm Notiz von ihr. Dann, im Februar 2017, besetzte ein Kollektiv namens «Fabrikool» das leer stehende Gebäude, das seit 2000 dem Kanton Bern gehört. Die alternativen, handwerklich indes ziemlich beschlagenen Besetzer wollten im baufälligen Haus einen Ort ohne Konsumzwang, ohne Leistungsdruck und ohne Profitfixierung schaffen.

Der Kanton handelte mit den Hausbesetzern einen Zwischennutzungsvertrag aus. Jetzt, gut eineinhalb Jahre später, kann das zuständige Amt für Grundstücke und Gebäude endlich einen Plan vorlegen, was mit der lange vergessenen Fabrik passieren soll.

Kaufpreis: 1 Franken

Der Kanton habe für das rund 150 Jahre alte, unter Denkmalschutz stehende Gebäude keinen Bedarf. Nach langer Suche habe man nun zwei Käufer aus Bern gefunden, die das Gebäude für einen symbolischen Preis von einem Franken erwerben und für das Grundstück einen Baurechtszins zahlen. Das Gebäude werden sie im Minergie-Eco-Standard sanieren, was wohl Millioneninvestitionen bedeutet.

Die Identität der Käufer gibt der Kanton vorerst nicht bekannt, da eine Einsprachefrist laufe, sagt Beat Keller, Abteilungsleiter Immobilienmanagement auf dem Amt für Grundstücke und Gebäude.

Die Käufer wollen das Erdgeschoss öffentlich und die Obergeschosse privat nutzen. Konkret sollen im Erdgeschoss eine Markthalle, ein Restaurant und ein Mehrzweckraum für das Quartier entstehen. In den Obergeschossen sind preiswerte Wohnungen und Zimmer für Studierende sowie Wohnungen und ­Büros für Besucherinnen und Besucher der Universität geplant.

Angekündigter Widerstand

Bis zum Baustart in etwa einem Jahr soll das Gebäude wie bisher vom Kollektiv «Fabrikool» zwischengenutzt werden. Trotzdem reagieren die Besetzer gereizt: «Für uns spielt es keine Rolle, wer die Besitzer sind, wir machen weiter und lassen uns nicht vertreiben», schreiben sie auf dem linksextremen Nachrichtenportal Barrikade.info.

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