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Alte Feuerwehrkaserne wird Asylzentrum

In der alten Berner Feuerwehrkaserne im Breitenrain können Asylsuchende untergebracht werden. Die Stadt bietet dem Kanton 100 zusätzliche Plätze an.

Mirjam Messerli
Die Feuerwehrkaserne an der Berner Viktoriastrasse wird zur Notunterkunft für rud 100 Asylsuchende.
Die Feuerwehrkaserne an der Berner Viktoriastrasse wird zur Notunterkunft für rud 100 Asylsuchende.

In der Zivilschutzanlage Hochfeld im Berner Länggassquartier sind zu viele Asylsuchende untergebracht. Die Brandschutzrichtlinien erlauben 100 Bewohner, mit 160 Personen ist das Hochfeld jedoch belegt. Die Gebäudeversicherung hat interveniert.

Das Angebot des Gemeinderats an den Kanton kommt deshalb wie gerufen. 100 zusätzliche Plätze für Asylsuchende könnten in der alten Feuerwehrkaserne an der Viktoriastrasse eingerichtet werden, teilte die Stadtregierung am Freitag mit. Auf dem Areal soll voraussichtlich Ende 2017 mit dem Bau von Wohnungen begonnen werden. Bis es so weit ist, will der Gemeinderat für die Gebäude eine Zwischennutzung möglich machen. «Selbst wenn dort 100 Asylsuchende wohnen, bleibt noch genügend Raum für weitere temporäre Nutzungen», sagt Gemeinderätin Franziska Teuscher.

Der Gemeinderat hat nie einen Hehl daraus gemacht, dass er die Anlage im Hochfeld lieber nicht als Durchgangszentrum nutzen lassen möchte. «Es ist problematisch, wenn die Menschen unterirdisch untergebracht werden müssen», sagt Teuscher. Die alte Feuerwehrkaserne sei deutlich besser als Asylzentrum geeignet. Nach leichten baulichen Anpassungen könnten dort auch Familien vorübergehend wohnen. Der Kanton müsse nun entscheiden, ob er in der alten Kaserne ein Zentrum eröffnen wolle, erklärt Teuscher.

Als die Stadt unlängst 50 zusätzliche Plätze angeboten hatte, winkte der Kanton ab. Er war auf der Suche nach einer grösseren Anlage. «Wegen der Notlage bei der Unterbringung von Asylsuchenden hatten wir 50 Notplätze vorgeschlagen», sagt Teuscher. Diese wären in der Zivilschutzanlage an der Effingerstrasse möglich gewesen – unterirdisch und genau so suboptimal wie im Hochfeld.

Vor dem Jahreswechsel würden wohl keine Flüchtlinge in die alte Kaserne ziehen, nimmt Teuscher an. Das Zentrum könnte bis zum voraussichtlichen Baubeginn betrieben werden. Von der Quartierorganisation wurden die Neuigkeiten gestern positiv aufgenommen. Auch die Bevölkerung darf Räume zwischennutzen (siehe Box).

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