Als Licht in die Stadt Bern kam

Bern

Vor 125 Jahren brannten in der Stadt Bern erstmals elektrisch betriebene Strassenlampen. 1891 sorgten zwei Turbinen in der Matte für Strom.

1891 feierte die Stadt Bern das 700-Jahr-Jubiläum, mit Umzügen, Ansprachen und Konzerten. Vor 125 Jahren wurde aber nicht nur die 700 Jahre alte Stadt gefeiert, sondern etwas ganz Neues, Spektakuläres: Zum ersten Mal brannten auf den Strassen und Plätzen zwischen Zytglogge und Hirschengraben 30 elektrisch betriebene Kohlebogenlampen.

Im August 1891 wurde der Betrieb des Elektrizitätswerks mit drei Turbinen zu je 110 PS im neuen Turbinenhaus in der Matte aufgenommen. Zwei Dynamomaschinen der Maschinenfabrik Oerlikon sorgten für den Strom, eine Gleichspannung von 120 Volt. Die dritte Maschine diente zur Pressluftherstellung für das Lufttram der Berner Tramway-Gesellschaft.

Das erste Elektrizitätswerk in der Stadt Bern, im Mattequartier. Aufnahme von 1891. Bild: Archiv EWB/zvg

Das erste elektrisch betriebene Tram fuhr 1901, vom Burgernziel via Zytglogge in den Breitenrain.Die Berner Bevölkerung war 1891 von der neuen Energieform begeistert, und drei Jahre später leuchtete das elektrische Licht auch unterhalb des Zytgloggeturms. Eine Pionierrolle hatte die Stadt Bern zwar nicht übernommen. Da war ihr Lausanne zuvorgekommen: 1882 war es die erste Stadt in der Schweiz, die über eine elektrische Strassenbeleuchtung verfügte.

Die grosse Nachfrage nach Strom machte, dass das bescheidene Werk in der Matte bereits um die Jahrhundertwende nicht mehr ausreichte. Im Monbijou wurden weitere Strommaschinen installiert. Und wenig später, 1904, wurde der Betrieb mit zwei weiteren Turbinen im Marzili erweitert.

Heute ist Energie Wasser Bern (EWB) eines der fünf grössten städtischen Energieversorgungs-unternehmen. Zu den Kunden zählen nebst KMU und Grossbetrieben rund 70'000 Haushaltungen. Für EWB sind 600 Mitarbeitende tätig.

Berner Zeitung

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