Alpines Museum entschuldigt sich für unglücklichen Slogan

Bern

Unter dem Slogan «Achtung Bergsturz» lancierte das Alpine Museum am Donnerstag eine Kampagne gegen die Kürzung von Bundesgeldern. Am Freitag entschuldigten sich die Verantwortlichen – aus aktuellem Anlass.

Das Alpine Museum wählte mit «Achtung Bergsturz» einen etwas unglücklichen Slogan.

Das Alpine Museum wählte mit «Achtung Bergsturz» einen etwas unglücklichen Slogan.

(Bild: zvg)

Cedric Fröhlich@cedricfroehlich

Das Alpine Museum steht vor dem Aus. Jüngst gab der Bund bekannt, seine jährlichen Beiträge an den Kulturbetrieb um 75 Prozent zu kürzen. Am Donnerstag meldeten sich die Museumsverantwortlichen per Medienmitteilung. Sie kündigten eine Rettungskampagne an. Deren Slogan: «Achtung Bergsturz». Ein zu diesem Zeitpunkt – gelinde gesagt – unglücklicher Slogan.

Am Mittwoch ereignete sich in der Gemeinde Bondo der grösste Bergsturz der letzten Jahre. Acht Personen gelten seither als vermisst. Das Bündner Dorf wurde durch einen Murgang verwüstet, die Lage vor Ort ist nach wie vor unübersichtlich. Dass der Slogan vor diesem Hintergrund unpassend erschien, sahen denn auch die Urheber ein. Am Freitag teilten sie schriftlich mit: «Wir nehmen Anteil am Schicksal der Betroffenen und ziehen den Titel der Aktion aus Pietätsgründen zurück.»

«Das zeitliche Zusammentreffen mit dem Bergsturz bei Bondo war uns zum Zeitpunkt des Versands nicht bewusst», heisst es im Schreiben weiter. Man habe den Titel der Kampagne bereits vor drei Wochen festgelegt. Und: «Wir entschuldigen uns bei allen Personen, die unseren Newsletter im Kontext der tragischen Ereignisse als unangemessen empfanden.»

Kampagne kommt trotzdem

Mitte Juli gab das Bundesamt für Kultur bekannt, dass dem Alpinen Museum ab 2019 jährlich 770'000 Subventionsfranken gestrichen werden. Das entspricht rund einem Viertel des Gesamtbudgets. «Eine derart brutale Kürzung kann man nicht kompensieren», sagte Museums­direktor Beat Hächler damals im Nachgang gegenüber dieser Zeitung. Es gehe um Sein oder Nichtsein.

Nach dem holprigen Start der Rettungskampagne organisiert das Alpine Museum am Dienstag einen Anlass. Das Museum will das drohende Aus unter anderem mit einer Unterschriftensammlung abwenden.

Berner Zeitung

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