Lösung für Mutz auf der Linie Schwarzenburg gefunden

Schwarzenburg

Die Vorbehalte gegen den neuen Doppelstockzug sind aus der Welt: Die BLS weiss jetzt, wie sie mit dem übermässigen Verschleiss auf der Linie nach Schwarzenburg umgehen muss.

Mit dem Mutz wird die Lebensdauer der Schienen auf der Strecke Bern - Schwarzenburg stark verkürzt. Statt rund 15 Jahre halten in den Kurven nur noch rund sieben Jahre.

Mit dem Mutz wird die Lebensdauer der Schienen auf der Strecke Bern - Schwarzenburg stark verkürzt. Statt rund 15 Jahre halten in den Kurven nur noch rund sieben Jahre.

(Bild: BLS/zvg)

Stephan Künzi

Aufmerksamen Passagieren fiel es schon auf der Jungfernfahrt auf: Als die BLS vor drei Jahren ihren Doppelstockzug Mutz auf die erste Reise ins Schwarzenburgerland schickte, schwankte es im oberen Stock beachtlich. Die Anwesenden hatten die Erklärung rasch zur Hand: In den engen, für die Strecke so typischen Kurven wirken bei einem Fahrzeug dieser Höhe ganz andere, viel grössere Kräfte.

Sie sollten die BLS noch lange beschäftigen. Denn ihretwegen erhielt der Mutz für die Strecke von Bern nach Schwarzenburg vom Bundesamt für Verkehr (BAV) nur eine beschränkte Zulassung. Die Aufsichtsbehörde wollte sichergestellt haben, dass der Doppelstöcker auf dieser Linie auch langfristig auf einer intakten Infrastruktur unterwegs sein kann.

Die engen Kurven gaben nicht allein Anlass hinzuschauen. Mitverantwortlich für die grossen Kräfte war genauso die starke Steigung, dazu kamen das hohe Gewicht des neuen Fahrzeugs und die Aussicht, dass dieses im Regionalverkehr häufig bremst und wieder anfährt.

Lebensdauer der Schienen markant verkürzt

Die entsprechenden Untersuchungen hat die BLS mittlerweile abgeschlossen. Dabei zeigte sich, dass sich mit dem Mutz die Lebensdauer der Schienen tatsächlich markant verkürzt. Statt rund 15 Jahre halten sie an den exponiertesten Stellen in den Kurven noch etwa sieben Jahre, bevor sie ersetzt werden müssen.

Vor diesem Hintergrund klärt die Bahn ab, ob sich das Intervall allenfalls verlängern liesse, wenn sie im Gleisbau ein anderes Schienenprofil oder einen härteren Stahl einsetzt. Die BLS wird nun das BAV über ihre Erkenntnisse informieren – und so die letzten Vorbehalte gegen den uneingeschränkten Einsatz des Doppelstöckers aus der Welt schaffen.

Auch die SBB testen

Die Abklärungen zum neuen Doppelstöcker hatten noch einen weiteren Effekt. Sie lenkten die allgemeine Aufmerksamkeit derart auf die Strecke nach Schwarzenburg, dass das BAV hier nun Erkenntnisse für seine Studie zur Abnützung der Schienen gewinnt.

Auch die SBB testen hier neue Technologien. Aktuell ist sie mit einem Doppelstockzug auf der Linie unterwegs, mit dem sie Aufschlüsse über den Einsatz einer neuen Achsenlenkung gewinnen will.

Berner Zeitung

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