Alkistübli erfüllt den Zweck

Bern

Früher gab es im Bahnhof Bern eine Alkiszene. Das Alkistübli, vor zehn Jahren eröffnet, hat die Situation verbessert.

Das Alkistübli «La Gare» beim Berner Bahnhof existiert bereits 10 Jahre.

Das Alkistübli «La Gare» beim Berner Bahnhof existiert bereits 10 Jahre.

(Bild: Urs Baumann)

Ein unscheinbarer Container, zuhinterst beim Bahnhofparking in Bern. Kaum ein Passant würdigt den grauen Kasten eines Blickes. Reinschauen ist wegen der Gitter an den Fenstern kaum möglich. Die Personen, die sich hier aufhalten, schätzen die Diskretion des Ortes.

Die Rede ist vom Berner Alkistübli «La Gare», welches dieses Jahr zehnjährig wird. Nach politischem Hin und Her öffnete 2005 der Aufenthaltsraum für schwer Alkoholabhängige erstmals seine Türen. Nötig wurde der Raum, weil damals im Bahnhof rund um den sogenannten Stein in der Christoffel-Unterführung eine Alkiszene entstanden war. Seit 2008 ist das Alkistübli am derzeitigen Ort beim Kurzzeitparking.

Standort für fünf Jahre sicher

Dank dem Stübli gebe es in Bern keine solche Szenebildung mehr, sagte gestern Gemeinderätin Franziska Teuscher (GB) vor den Medien. Mit dem Alkistübli habe die Stadt damals etwas Neues gewagt. Was im Suchtbereich auch in Zukunft nötig sei. Sie spielte damit auf das Pilotprojekt Cannabis-Clubs an, welches die Stadt unterstützt. Auch die Betreiberstiftung Contact-Netz sowie die SBB sprachen gestern von einer Erfolgsgeschichte.

25 bis 30 Personen, mehrheitlich aus der Region Bern, besuchen das Stübli pro Tag, wo sie Alkohol bis maximal 15 Volumenprozent konsumieren dürfen. Jährlich frequentieren über 200 Personen die Einrichtung.

Einerseits solle den Betroffenen geholfen werden, andererseits gehe es auch darum, den öffentlichen Raum zu entlasten, sagte Carl Müller von Contact-Netz. Für die Betriebskosten von rund 250'000 Franken pro Jahr kommt der Kanton Bern auf.

Keine neue Alkiszene in Bern

Bis 2017 ist der aktuelle Standort gesichert, welcher ideal sei, wie Teuscher sagte. Sicher noch fünf Jahre könne das Alkistübli dort bleiben, sagte gestern Hanspeter Steiner von der SBB. Dann müsse man neu schauen, weil Bauarbeiten anstünden.

In letzter Zeit ist beim Bahnhof, etwa unter dem Baldachin oder beim Sprüngli-Laden, vermehrt eine Szenebildung zu beobachten. Von einer neuen Alkiszene wollten gestern aber weder Stadt, Contact-Netz noch die SBB sprechen.

tma/BZ

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