AKW wegen warmer Aare gedrosselt

Mühleberg

Das Atomkraftwerk Mühleberg kann derzeit nicht mit voller Leistung Strom produzieren.

Ist die Aare zu warm, darf das Atomkraftwerk Mühleberg nicht zu viel Kühlwasser zurück in den Fluss leiten.

Ist die Aare zu warm, darf das Atomkraftwerk Mühleberg nicht zu viel Kühlwasser zurück in den Fluss leiten.

(Bild: Archiv/Esther Michel)

Julian Witschi

Die Aare hat am Donnerstagnachmittag in Bern eine Temperatur von über 23 Grad erreicht. Zeitweise lag die Temperatur nur noch ein halbes Grad unter dem Rekordwert von 23,8 Grad vom 6. August 2018. Die aussergewöhnliche Wärme der Aare beeinträchtigt die Stromproduktion im Atomkraftwerk Mühleberg, dessen Reaktor mit Wasser des Flusses gekühlt wird.

Es besteht keine Gefahr, dass der Reaktor wegen der Hitzewelle heiss läuft. Sondern die Leistung werde reduziert, um die Konzession zur Entnahme und Rückleitung von Aarewasser einzuhalten, erklärt Tobias Habegger, Sprecher der AKW-Betreiberin BKW. Hintergrund ist, dass Wassertiere unter höheren Aaretemperaturen leiden, etwa weil der Sauerstoffgehalt sinkt oder sich Krankheiten stärker verbreiten. Besonders gefährdet sind Fische wie Äschen und Bachforellen.

16 Prozent weniger Leistung

Gedrosselt wird das AKW Mühleberg ab einer Aaretemperatur von über 20,5 Grad im Tagesmittelwert (24 Stunden). In der Nacht auf letzten Dienstag war es so weit. Die BKW reduzierte die Leistung des Reaktors um 10 Megawatt auf noch 97 Prozent. In der folgenden Nacht musste auf 93 Prozent gedrosselt werden und am Donnerstagvormittag auf 84 Prozent.

Wann das AKW wieder auf Volllast produzieren kann, ist laut BKW-Sprecher Habegger schwierig abzuschätzen und hängt von dem weiteren Verlauf der Heisswetterperiode ab. In den vergangenen Jahren waren mehrmals Drosselungen nötig, und es ist auch nicht das erste Mal in diesem Sommer. Bei der Hitzewelle von Ende Juni hatte das AKW Mühleberg die Leistung aber nur für einen halben Tag senken müssen.

Neues Regime in Beznau

Mit Aarewasser gekühlt wird auch das Atomkraftwerk Beznau im Kanton Aargau. Hier hat das Bundesamt für Energie Anfang Juli verfügt, dass das AKW sein Kühlwasser nur noch in die Aare einleiten darf, wenn deren Temperatur 25 Grad nicht überschreitet. Das hat jetzt Konsequenzen. Wie die «Aargauer Zeitung» berichtet, hat die Kraftwerksleitung die Leistung des AKW vorübergehend auf 50 Prozent gesenkt.

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