AKW Mühleberg wegen Störfall abgeschaltet

Mühleberg

Im Atomkraftwerk stieg die Radioaktivität im Dampfleitungssystem kurzzeitig. Warum, ist unklar.

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Julian Witschi

Am Mittwoch um 10.34 Uhr ist es zu einer Störung im Atomkraftwerk Mühleberg gekommen. Dies führte zu einer automatischen Schnellabschaltung des Reaktors. Auslöser dafür sei ein kurzzeitiger Anstieg der Radioaktivität in den Dampfleitungen vom Reaktor zu den Turbinen, teilte die Atomaufsichtsbehörde Ensi mit. Die AKW-Betreiberin BKW sprach von einer Störung im Überwachungssystem der Dampfleitungen.

Die Dampfleitungen gehören zu einem geschlossenen System: Nachdem das dampfförmige Wasser die Turbinen angetrieben hat, wird es im Kondensator so weit abgekühlt, dass es in flüssiger Form zurück in den Reaktor gepumpt und wieder verdampft werden kann.

Keine Gefahr für Umgebung

Der Schutz von Mensch und Umwelt sei trotz der Störung zu jeder Zeit gewährleistet geblieben, ­bestätigte das Ensi Angaben der BKW. Die Messsonden um die Anlage hätten keinen Anstieg der Radioaktivität festgestellt. Das AKW sei in einem sicheren Zustand.

Die Ursache für den kurzzeitigen Anstieg der Radioaktivität in den Dampfleitungen ist noch unbekannt und wird abgeklärt. Das Wiederanfahren des Atomkraftwerks ist erst möglich, wenn die Ursache der Störung bekannt und behoben ist.

Der Ausfall hat keinen Einfluss auf die Versorgungssicherheit: Die BKW sieht sich in der Lage, Strom am Markt zu beschaffen. Eine automatische Schnellabschaltung der Anlage ist kein Novum. Letztmals kam es nach der Jahresrevision 2015 beim Wiederanfahren dazu. Wenige Wochen zuvor hatte eine Reglerstörung eine Schnellabschaltung ausgelöst.

Berner Zeitung

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