AKW Mühleberg wegen Hitze gedrosselt

Mühleberg

Das Atomkraftwerk Mühleberg kann vorläufig nicht mehr mit voller Kraft Strom produzieren. Grund sind die hohen Temperaturen der Aare.

Das Kernkraftwerk Mühleberg produziert weniger Strom.

Das Kernkraftwerk Mühleberg produziert weniger Strom.

(Bild: Keystone Alessandro Della Bella)

Julian Witschi

Die Hitzewelle hat Folgen für die Stromproduktion. Die BKW muss die Leistung ihres Atomkraftwerks Mühleberg senken. Nicht weil es heiss laufen würde. Sondern um die Aare nicht noch zusätzlich aufzuheizen, mit deren Wasser der Reaktor gekühlt wird.

Ab einer Temperatur des eingeleiteten Aarewassers von über 20,5 Grad im Tagesmittel muss der Reaktor gedrosselt werden. Denn das in die Aare zurückgeleitete Wasser darf – wiederum im Tagesdurchschnitt – nicht wärmer als 33 Grad sein. Das haben Bund und Kanton in der Konzession zur Wasserentnahme vorgegeben.

Hintergrund ist, dass viele Lebewesen unter höheren Wassertemperaturen leiden, etwa weil der Sauerstoffgehalt sinkt oder sich Krankheiten stärker verbreiten. Besonders gefährdet sind ab Wassertemperaturen von über 20 Grad Fische wie Äschen und Bachforellen.

Seit Anfang Woche reduziert

Wegen der gestiegenen Aare-Temperaturen laufe das AKW Mühleberg seit Montag mit re­duzierter Leistung, sagte BKW-Sprecher Tobias Habegger am Freitag zu einer Meldung auf der Internetseite des Kraftwerks. Die Leistungsreduktion sei im Sommer nichts Aussergewöhnliches.

Auch in diesem Jahr: «Bereits ­Anfang Juli haben wir die Reaktorleistung aufgrund der Kühlwasserkonzession ein erstes Mal reduziert», führt Habegger aus. Zwischenzeitlich konnte der Reaktor wieder über längere Phasen mit 100 Prozent Leistung betrieben werden.

Angesichts der anhaltenden Hitzewelle dürfte die Drosselung aber nun noch einige Tage bestehen bleiben. «Wir überwachen und analysieren die Temperatur der Aare regelmässig und passen die Reaktorleistung bei Bedarf mehrmals täglich an», sagt Habegger.

Die Leistung wird in der Regel im tieferen Prozentbereich reduziert. Weniger Produktion bedeutet für das AKW weniger Einnahmen. Die Stromversorgung im BKW-Gebiet ist deswegen aber nicht gefährdet, sondern laut dem Sprecher jederzeit gewährleistet. Denn die BKW produziert mehr Strom, als ihre direkt versorgten Kunden verbrauchen.

Pegelstände genügen noch

Und wie sieht es wegen der aussergewöhnlichen Trockenheit mit der Produktion der Wasserkraftwerke aus? Die Pegelstände in den genutzten Flüssen seien zwar tief, aber noch nicht auf einem Minimumstand, sagt Habegger. Für diesen Bereich sei die momentane Wassersituation nicht unbedingt speziell.

Berner Zeitung

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