Affäre um Bern Welcome ist noch nicht ausgestanden

Die SVP stellt kritische Fragen zur Struktur der Tourismusorganisation.

Sven Gubler ist interimistischer Nachfolger Martin Bachofners und Direktor von Bern City. Diese Dopelrolle ist der SVP ein Dorn im Auge (Archivbild).

Sven Gubler ist interimistischer Nachfolger Martin Bachofners und Direktor von Bern City. Diese Dopelrolle ist der SVP ein Dorn im Auge (Archivbild).

(Bild: Urs Baumann)

Christoph Hämmann

Seit der letzten Stellungnahme des Verwaltungsrats von Bern Welcome von Mitte Februar ist es ruhig um die Tourismusorganisation, die im Dezember ihren CEO Martin Bachofner absetzte. Dieser sei den Anforderungen an sein Amt nicht gewachsen gewesen, so der Verwaltungsrat, und eine Einigung über die Abgangsmodalitäten sei an Bachofners finanziellen Forderungen gescheitert.

Nun sorgt die SVP dafür, dass die Affäre – und generelle Governance-Fragen, die sich bei Bern Welcome stellen – nicht still zu den Akten gelegt wird. Die zwei Interpellationen, die sie am Donnerstag im Stadtrat einreichte, deuten darauf hin, dass sich Vertreter der SVP eingehend mit dem Thema auseinandersetzten.

Brisant ist etwa die Aussage, dass laut mehreren Quellen Verwaltungsratspräsident Marcel Brülhart die Chancen für eine erfolgreiche Etablierung der 2017 neu gebildeten Organisation auf 50 Prozent einschätzte. «Hier sind Steuermittel im Spiel, mit denen nicht leichtfertig umgegangen werden darf», schreibt die SVP und will vom Gemeinderat wissen, ob er die Erfolgsaussichten als ähnlich unsicher einstufe.

Problematische Doppelrolle

Aufgeworfen wird weiter die Frage, wer bei Bern Welcome laut Organigramm für den Kontakt zum Gewerbe zuständig sei. Die Antworten, welche die SVP gleich selber anbietet, legen den Schluss nahe, dass dafür der Leiter ­­Geschäftsentwicklung sowie der Gewerbevertreter im Verwaltungsrat zumindest mitverantwortlich sein könnten. Die ­­Erwähnung dieser beiden Positionen rückt die Innenstadtorganisation Bern City in den ­­Fokus: Leiter Geschäftsentwicklung ist Sven Gubler, interimistischer Nachfolger Martin Bachofners und Direktor von Bern City; im Verwaltungsrat vertritt Bern-City-Präsident Fritz Gyger das Gewerbe.

Die Doppelrolle Gublers scheint die SVP grundsätzlich als problematisch zu erachten. So insinuiert sie in einer Frage Interessenkonflikte, etwa beim «Sauberkeitsrappen». Laut SVP-Fraktionschef Alexander Feuz «erwartet das Gewerbe wohl Widerstand von Bern City gegen die gewerbefeindliche Anti-Littering-Gebühr». «Es ist aber anzunehmen, dass Bern Welcome, mit dem Gemeinderat eng verbandelt, das Projekt nicht aktiv bekämpfen darf.» (hae)

Berner Zeitung

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