Ade, Filmpreis-Festival
Zu wenige Zuschauer: Das Berner Filmpreisfestival findet vorläufig nicht mehr statt. Der Kanton spricht von einem «Erfolgsproblem».

Nur zwei Jahre tourte das Berner Filmpreisfestival im Herbst durch den Kanton. Es sollte das Berner Filmschaffen von Meiringen bis Moutier einem breiten Publikum näherbringen. Doch das Publikum wollte nicht so recht. Nach 1800 Zuschauern (2015) sanken die Zahlen letztes Jahr auf 1200 Zuschauer, das entsprach knapp 17 Zuschauern pro Vorstellung.
Jetzt hat das kantonale Amt für Kultur, welches das Festival jährlich mit 73 000 Franken finanziert, den Stecker gezogen. «Vorläufig», wie Sibylle Birrer, Leiterin der Abteilung Kulturförderung, betont. Und in Absprache mit dem organisierenden Verein Film: BE. Birrer sieht den Grund für den schwindenden Festivalerfolg in anderen Sehgewohnheiten des Publikums. «Berner Filme erfahren heute eine viel bessere Kinoauswertung als früher. Zum Zeitpunkt des Festivals haben viele potenzielle Zuschauer den Film schon gesehen.»
Ein Erfolgsproblem? Birrer würde das unterschreiben. Aber erstens bleiben die 73 000 Franken der Filmförderung erhalten («keine Sparmassnahme») und zweitens bestehe nach wie vor der Anspruch, den Berner Film mit dem Publikum zusammenzubringen. «Wie ein solches Format aussehen soll, wissen wir noch nicht», sagt Birrer. Aber: Gefragt sei nun auch der Verein Film: BE, in dem die Festivalkinos zusammengeschlossen sind – oder neue Initianten mit einem zündenden Vermittlungskonzept.
Raff Fluri, Präsident von Film: BE, bestätigt, dass man zusammen mit dem Verein Bern für den Film daran sei, Lösungen zu suchen. «Wir wollen etwas auf die Beine stellen, das sowohl für die Filmschaffenden wie für die Kinos stimmt.»
Zur Erinnerung: Bern für den Film ist der Verein, der die Renaissance des Berner Filmschaffens ab 2008 erst ermöglichte. Und ähnlich wie damals klingt der Grundton auch heute: Es geht um die Chance, etwas Neues selbst zu gestalten.
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