Abgabe im Baurecht statt Verkauf des Areals

Bolligen

Das Areal Flugbrunnenstrasse in Bolligen wird im Baurecht abgegeben. Die Ge­meindeversammlung hat sich am Dienstag gegen den Verkauf entschieden – obwohl ein solcher die finanzielle Lage deutlich verbessert hätte.

Die Schulanlage auf dem Flugbrunnenareal in Bolligen wird im Sommer geschlossen.

Die Schulanlage auf dem Flugbrunnenareal in Bolligen wird im Sommer geschlossen.

(Bild: Urs Baumann)

Bolligen trennt sich vom Flugbrunnenareal, weil die Schul­anlage im Sommer geschlossen wird. Ein Investor wird dort eine Wohnüberbauung realisieren. Gestern Abend hatte die Gemeindeversammlung zu entscheiden, ob das Areal verkauft oder im Baurecht abgegeben wird. Der Gemeinderat hatte sich im Vorfeld fürs Baurecht ausgesprochen, «mehrheitlich», wie Gemeindepräsident Rudolf Burger (Bolligen Parteilos) präzisierte.

Wie Finanzen sanieren?

Bei beiden Varianten gibt es Vor- und Nachteile, wie an der Versammlung dargelegt wurde. Fürs Baurecht sprechen vor allem die wiederkehrenden Erträge für die Gemeinde, es wären pro Jahr mindestens 350'000 Franken.

Ein Verkauf hätte aber den Vorteil, dass Bolligen damit seine finanzielle Lage auf einen Schlag verbessern könnte. Denn die Sanierung der Pensionskasse PVS BIO verschlingt über 9 Millionen Franken. Der Verkauf des Flugbrunnenareals würde 14 Millionen Franken oder mehr einbringen. Die Gesundung der Finanzen ist bei einer Baurechtsabgabe klar schwieriger und bringt der Gemeinde hohe Schulden.

Geteilte Meinungen

Es meldeten sich etliche Redner zu Wort. Die Meinungen waren geteilt. Die Sprecher von FDP und SVP machten sich für den Verkauf stark. Man müsse die Chance packen, denn es lägen gute Angebote vor, wurde argumentiert. Beim Baurecht wisse man nicht, was in zehn oder zwanzig Jahren sei. Deshalb müsse man jetzt handeln. Hingewiesen wurde auch darauf, dass die Finanzen sofort entlastet würden.

SP, Bolligen Parteilos, EVP und BDP empfahlen das Baurecht. Mehrfach war die Rede vom Tafelsilber, das nicht verscherbelt werden dürfe. Die Abgabe im Baurecht sei eine nachhaltige Lösung, die auch künftigen Generationen nütze.

Der Entscheid fiel recht knapp aus. 125 Stimmen gab es für die Abgabe im Baurecht, den Verkauf des Areals unterstützten 90 Stimmberechtigte.

Berner Zeitung

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