Aare ist nicht gleich Emme

Bern/Aefligen

In Bern schwimmen täglich Tausende Menschen die Aare hinunter, während das Flussbett der Emme zurzeit mehr zum Steinmännchenbauen als zum Baden einlädt. Wieso?

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Die Sonne scheint, das Thermometer zeigt 30 Grad. Seit mehreren Wochen herrscht in der Region Bern perfektes Badewetter. So richtig geregnet hat es schon lange nicht mehr. Und das dürfte sich auch in den nächsten Wochen nicht ändern. Gemäss den Wetterprognosen bleibt es heiss, eine längere Regenperiode ist nicht in Sicht.

Die Regionen Emmental und Oberaargau sind von den unterdurchschnittlichen Niederschlagsmengen besonders betroffen: Vom Oberburger Luterbach, dem Chrouchtalbach in Krauchthal und der Önz in Heimenhausen dürfen kein Wasser mehr entnommen werden.

«Die Wassermengen der Gewässer im Emmental und Oberaargau sind stark vom Regen abhängig», erklärt Olivia Lauber, als Fachbereichsleiterin beim kantonalen Amt für Wasser und Abfall (AWA) zuständig für die Wasserentnahmen.

Auch in Aefligen greift die Trockenheit um sich. Die Emme scheint verschwunden, sie ist fast ausgetrocknet. Nur am Uferrand fliesst ein kleines Rinnsal dem Jura entgegen.

Regulierter Abfluss

In der Stadt Bern hingegen müsse man sich keine Sorgen machen, beruhigt Olivia Lauber. «Die Aare wird auch in den nächsten Wochen noch ausreichend Wasser führen.» Wie viel hängt allerdings vom Abfluss des Brienzer- und Thunersees in die Aare ab. Dieser wird in Interlaken und Thun kontrolliert. Die beiden Seen werden konstant mit Wasser aus den Bergen gespeist.

Beim Regulieren müssten Interessen vieler verschiedener Gruppen berücksichtigt werden. So sei unter anderem zu beachten, dass der Pegelstand der Seen für die Schifffahrt ausreichend hoch sei.

Doch gerade vom Thunersee könne man bei seinem hohen Fassungsvermögen relativ viel Wasser in die Aare abfliessen lassen, ohne dass das Niveau des Sees merklich sinke.

Berner Zeitung

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