Zwei Ideen für den Hirschen

Mittelhäusern

Der Hirschen in Mittelhäusern soll ein Wohnhaus werden. Jetzt hat eine Arbeitsgruppe aus dem Dorf Ideen dafür entwickelt, wie er sich trotzdem auch in Zukunft noch öffentlich nutzen liesse.

Düstere Aussichten: Die Besitzerin plant, den Gasthof Hirschen in ein Wohnhaus umzubauen.

Düstere Aussichten: Die Besitzerin plant, den Gasthof Hirschen in ein Wohnhaus umzubauen.

(Bild: Urs Baumann)

Lucia Probst

Den Gasthof Hirschen wird Mittelhäusern wohl verlieren. Vielleicht wird das Dorf aber im Gebäude trotzdem noch einen Ort haben, der als Treffpunkt dienen kann. Das zumindest hofft eine Arbeitsgruppe, die sich mit der Zukunft des Gasthofs beschäftigt. Sie wurde aktiv, nachdem im Sommer bekannt geworden ist, dass Besitzerin Verena Kohli-Hostettler den Gasthof mit Saal zu einem Wohnhaus umbauen möchte. Inzwischen hat die Gruppe zwei Ideen entwickelt.

Die erste: Wohnungen soll es vorerst nur in den oberen Stockwerken geben. Ein Trägerverein würde das Erdgeschoss mit Restaurant und Saal mieten. «Wir würden versuchen, daraus etwas zu machen», sagt Judith Safford von der Arbeitsgruppe. «Platz hätte alles, was zu Begegnungen im Dorf beiträgt.» Das könne vom Café, Kulturtreff und Mittagstisch bis hin zur Veloflickwerk­statt und zum Markt mit lokalen Produkten reichen.

Wohnraum für Ältere

Die zweite Idee: Es würde zwar das ganze Gebäude zu Wohnraum, es gäbe aber weiterhin einen Gemeinschaftsraum und den Garten, die sich öffentlich nutzen liessen. Für diesen Fall schlägt die Gruppe vor, in der Hirschen-Liegenschaft den Fokus auf hindernisfreies Wohnen und eher kleinere Wohnungen zu legen. «Es wäre ein idealer Ort dafür», sagt Judith Safford. In Mittelhäusern sei es für ältere Leute oder andere Personen, die nicht sehr mobil seien, kaum möglich, passenden Wohnraum zu finden. Der nahe beim Bahnhof und im flachen Teil des Dorfes gelegene Hirschen könnte dieses Manko beheben, so Safford. Im Gemeinschaftsraum könnte sich die Gruppe eine ähnliche Nutzung im kleineren Rahmen vorstellen wie bei der ersten Idee fürs ganze Erdgeschoss.

Die Ideen liegen nun bei Verena Kohli. Ein Feedback hat die Gruppe bis jetzt noch nicht erhalten. Immerhin habe Verena Kohli signalisiert, dass sie für Ideen offen sei.

O’Nuar hat aufgehört

Bereits nicht mehr im Hirschen aktiv ist das Kulturkollektiv O’Nuar, das sich im Frühling gebildet hat und im Saal einige grössere Anlässe veranstaltete. «Es lief erstaunlich gut», sagt Mirjam Gosteli von O’Nuar. Doch als im Sommer klar geworden sei, dass der Saal bald nicht mehr zur Verfügung stehe, sei die Motivation weg gewesen.

Grosse Konzerte, die auch Lärm machen, seien im Hirschen künftig nicht mehr möglich, so Gosteli. Sie schliesst aber nicht aus, dass einige Mitglieder von O’Nuar im Hirschen andere Kulturanlässe mitge­stalten werden.

Berner Zeitung

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