Zürcher bauen Viererfeld-Siedlung

Bern

Die Siegerprojekte für die Entwicklung des Vierer- und des Mittelfelds stehen fest. Von den sieben Teams, die sicher einen Teil des Quartiers bauen dürfen, stammen sechs aus Zürich.

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Christoph Hämmann

Die Überbauung des Vierer- und des Mittelfelds, das ambitionierteste Stück Berner Stadtentwicklung der aktuellen Generation, nimmt im Jahrestakt Gestalt an. Vor gut zwei Jahren genehmigte das Stimmvolk die Zonenpläne sowie den Landerwerb vom Kanton.

Vor einem Jahr lancierte die Stadt den Wettbewerb zur Entwicklung des Areals am Rand der Länggasse und liess schliesslich 26 Teams zur Teilnahme zu. Und seit der Präsentation der Wettbewerbsergebnisse am Freitag ist konkret, wie das neue Quartier dereinst aussehen wird. Die Eckwerte: In circa 1200 Wohnungen sollen rund 3000 Personen Platz finden, der Umfang der bisherigen Familiengärten bleibt gleich, das Quartier erhält einen Park.

Masterplan bis Ende Jahr

Der Wettbewerb umfasste drei Teile: Städtebau, Stadtteilpark, Wohnen. Im Bereich Wohnen wurden sieben Projekte ausgezeichnet. Von diesen sieben Teams, die in einer ersten Etappe rund 300 Wohnungen werden bauen dürfen, sind sechs mehrheitlich mit Planern, Architekten oder Mobilitätsexperten aus Zürich bestückt. Die Ausnahme bildet die Berner Bürgi Schärer Architekten AG – die als weitere Experten vornehmlich Personal aus Zürich und Luzern um sich scharte.

Im nächsten Schritt sollen wieder innert eines Jahres – bis Ende 2019 – die sieben Wohnentwürfe in einen Masterplan eingefügt werden. Diese Arbeit wird sich am Siegerprojekt im Bereich Städtebau orientieren, «VIF _2», das ein Team aus Zürich und Meilen eingereicht hat.

Dieses Team ist eigentlicher Gesamtsieger, sind es doch dessen Anordnung der Wohnhäuser, des neuen Schulhauses und des Fussballplatzes, dessen Park- und Gartengestaltung und dessen Wegnetz, die das Quartier prägen werden. Kommt hinzu, dass der Sieger «Städtebau» ein Wohnprojekt realisieren darf – und dass «VIF _2» auch noch den dritten Teil des Wettbewerbs, den Stadtteilpark-Entwurf, gewann.

«Akzeptanz gewachsen»

Es sei eine glückliche Fügung, sagte Stadt- und Jurypräsident Alec von Graffenried (GFL), dass das gleiche Team die Bereiche Städtebau und Park gewonnen habe. «Damit passen zwei wesentliche Teile bereits sehr gut aufeinander.» Das Siegerprojekt bilde «keine autarke Siedlung», sondern schliesse «präzis die städtebauliche Lücke zwischen der gebauten Stadt in der Inneren und der Äusseren Enge». ­

Besonders lobend erwähnt der Jurybericht die innere Erschliessung des Viererfelds, zwei Diagonalen, die auf den Burgerspittel beziehungsweise auf das Engeschulhaus zulaufen. Gewerbeflächen siedelt das Siegerprojekt um die Bushaltestellen an, wo man sich am meisten Frequenz erhofft. Und: Im Gegensatz zu den meisten anderen verzichtet das Siegerprojekt auf Hochhäuser auf dem Mittelfeld.

Durch die «intensive» Beteiligung des Quartiers an der Planung sei dort die Akzeptanz des Projekts «merklich gewachsen», glaubt von Graffenried. Zur Erinnerung: Im Stadtteil Länggasse-Felsenau fand das Projekt 2016 keine Mehrheit.

50 Prozent gemeinnützig

Zumindest Beat Wermuth, der für die Quartierkommission mit beratender Stimme in der Wettbewerbsjury sass, ist tatsächlich erfreut vom vorliegenden städtebaulichen Entwurf. Insbesondere die Wegverbindungen – ob wie bisher durch die historische Baumallee, ob neu durch das Quartier oder entlang des Parks – überzeugen ihn.

«Um durch die Siedlung oder über den Park zu spazieren, muss man nirgendwo eindringen – man wird eingeladen.» Auch die zwei Plätze an den beiden Enden des Fuss- und Velowegs durch die Viererfeldsiedlung gefallen ihm, weil er sich von ihnen eine belebte Atmosphäre erhofft.

An Finanzdirektor Michael Aebersold (SP), verantwortlich für den Entwicklungsprozess, wird es sein, für die erste Bauetappe Investoren an Bord zu holen. Bereits in einem Jahr sollen die Gewinner der Wohnbauprojekte mit diesen zusammen die Projektierungen beginnen können. Klar ist, dass mindestens die Hälfte von Vierer- und Mittelfeld von Genossenschaften überbaut werden soll.

Berner Zeitung

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