Zu Hause im restaurierten Zirkuswagen

Schwarzenburg

Der 21-jährige Julian Koch hat einen Zirkuswagen komplett restauriert. Die härteste Arbeit sei das Metallschleifen gewesen, sagt er. Zweimal hat Koch fast aufgegeben, nun wohnt er drin.

Julian Koch vor seinem Zirkuswagen: Zwei Jahre war er am Schleifen, ein Jahr hat er für den Aufbau benötigt.

(Bild: Urs Baumann)

Alles in diesem Zirkuswagen hat Julian Koch selber montiert: die Küche, den Holzofen, das Bett, die kleinen Lämpchen an der Decke. «Ich kenne jede Schraube», sagt er und breitet stolz seine Arme aus.

Drei Jahre hat der gelernte Stromer für die komplette Restaurierung des Wagens benötigt. Nachdem er als 18-Jähriger den ehemaligen Orgelwagen gekauft und die Wände und Böden herausgerissen hatte, stand lediglich noch das rote Metallgerüst. Da Julian Koch kleine Mengen Rost entdeckte, beschloss er, das ganze Gerüst abzuschleifen – zwei Jahre lang, jeden Samstag zehn Stunden, jeden Dienstagabend und oft auch montags. «Wenn ich etwas gelernt habe während dieser Zeit, dann ist es Durchhaltewillen», sagt er mit einem Lachen. Zweimal stand er kurz vor dem Aufgeben. Einmal, weil er das ewige Metallschleifen nicht mehr aushielt. Das zweite Mal bremste ihn ein Schicksalsschlag: Sein Vater, der ihn bei der Verwirklichung seines Traumes enorm unterstützt hatte, stürzte bei einer Wanderung im Gantrisch ab und verstarb.

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