Zora sorgt für Zündstoff

Bern

Erstmals findet das «Mad Scientist Festival» in Bern statt. Es will die Wunder der Wissenschaft auf andere Art erlebbar machen. Dabei wird die Feuerkünstlerin Milena Gross dem Publikum als Zora Vipera einheizen.

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Was haben Musik und Chemie, Theater und Physik gemeinsam? Ein Blick ins Programm des «Mad Scientist Festival» zeigt: eine Menge. Diese Meinung teilt auch Milena Gross, die am Freitag als Zora Vipera gemeinsam mit der bulgarischen Chemiker-Truppe The Bomb Squad für Zündstoff sorgen wird: «Wissenschaftler sind Künstler einer anderen Art. Auch sie müssen innovativ sein, fernab von Normen denken, suchen, experimentieren, nicht aufgeben».

Die 29-jährige Bernerin ist Aktionskünstlerin. Ihre Künstlernamen variieren je nach Situation und Publikum, aber hinter jedem steckt eine Geschichte. «Ich mag es, Kontraste zu setzen», sagt sie. Und wählte bei ihrem Auftritt an der Art Basel in Hongkong die punkigste und trashigste ihrer Figuren aus, um als Zora Mutanta an der VIP-Aftershowparty «den millionenschweren Handtaschen am besten Paroli bieten zu können».

In Bern wird Gross dem Publikum in Gestalt der Zora Vipera gegenübertreten – eine Figur, die für die Künstlerin tiefe Bedeutung hat: «Sie ist die erste Zora, ihr gegenüber habe ich eine tiefe Vertrautheit entwickelt. Zora steht für die Sonnenröte, und zusammen mit der Schlange ist sie der Anfang meines Universums.»

Bereits als Fünfjährige erlebte Milena Gross eine Feuerepisode, die sie heute als «prägendste Erfahrung» bezeichnet: Bei einem Sprung über den Grill fiel sie direkt in die Glut. Im Spital habe sie gespürt, wie sich die Grenzen ihres Körpers erweiterten: «Was die Heilung angeht, ist es überaus erstaunlich, wozu der menschliche Körper fähig ist. Es reizt mich, dies an mir selbst zu erforschen», sagt Gross.

Opening Act der Burlesque-Tänzerin Dita von Teese

Mittlerweile hat die Lebenspartnerin des Komikers Müslüm so einige Erfahrung im Umgang mit ihrem brennenden Werkzeug: Seit sie als Opening Act der Burlesque-Tänzerin Dita von Teese in London ihren Durchbruch hatte, zeigt sie ihre Performances auf der ganzen Welt.

Abgehoben ist sie deswegen nicht – ein bisschen verrückt aber schon: Letztes Jahr tourte sie mit ihrem Traktor Hügo und der Strassenkünstlergruppe «Zoras Dimension» durch Europa, mit 30 Kilometern die Stunde. «In der heutigen Zeit, in der das Angepasstsein ein zentrales Anliegen ist, steht die Individualität dagegen», sagt Gross.

Nein, angepasst ist die Performerin, die nebenbei Hula-Hoop-Kurse gibt und diesen Monat ihr Studium an der Hochschule der Künste Bern beginnt, nicht. Dafür geheimnisvoll. Über ihr Programm am «Mad Scientist Festival» verrät sie nur so viel: Gefahr drohe keine, denn versehentlich habe sie noch nie etwas in Brand gesteckt.

Vorstellung:Fr, 5.9., 21 Uhr, Naturhistorisches Museum Bern.

Berner Zeitung

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