«Ziel ist die Mister-Schweiz-Wahl»

Sandro Sabatini feiert am Freitag seinen 30. Geburtstag. Der sportliche Personalberater ist bei weitem der älteste Kandidat an den Mister-Bern-Wahlen vom 21. November. Weshalb macht der Mann dort mit?

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Sarah Pfäffli@sarahpfaeffli

Ein Konzert im Berner Lokal Sous-Soul, auf der Bühne stehen die Rapper Baze und Diens in ihrer Spassformation als Tequila Boys, es ist heiss, die Stimmung ausgelassen. Zwischen zwei Liedern sagt Baze ins Mikrofon: «Ein Freund von uns macht bei den Mister-Bern-Wahlen mit. Unterstützt Sandro Sabatini!»

«Sabatini machts einfach»

Der Aufruf geht im bierseeligen Trubel fast ein wenig unter. Dabei ist er einigermassen ungewöhnlich: Wer hätte gedacht, dass ein Rapper es cool findet, wenn einer bei den Mister-Bern-Wahlen mitmacht?

Dass die Szene für einmal nicht die Nase rümpft über einen solchen Anlass, liegt an ihm: Sandro Sabatini wird am Freitag 30-jährig und ist damit der älteste der nurmehr fünf Teilnehmer am Wettbewerb (siehe Kasten). Der gebürtige Bremgartner ist bei seinen Freunden, oder «Mütz», wie er sie nennt, als einer bekannt, der «jeden Seich» mitmacht. «Der Sabatini machts einfach», sagt er von sich.

So wars auch bei der Anmeldung zur Mister-Wahl, wie Sabatini beim Interview in seiner WG am Burgernziel erzählt. Der Kandidat trägt Converse-Schuhe, Jeans und Karohemd. Er setzt sich an den Zmorgetisch, beisst in seine Nutella-Schnitte, isst und erzählt unverblümt von sich und der Wahl. «Ich habe mich selbst angemeldet.» Es gehe ihm auch nicht um die «Erfahrung», wie das andere, die bei Miss- oder Misterwahlen mitmachen, gern behaupten. «Ich will gewinnen. Mein Ziel ist die Mister-Schweiz-Wahl.»

Denn diese sieht der 30-Jährige als Sprungbrett. «Es ist eine Flucht nach vorn.» Sabatini hat eine kaufmännische Lehre gemacht und arbeitet derzeit als Personalberater. Auf einer langen Südamerikareise wurde ihm bewusst, dass er sich verändern will. Ausbrechen aus dem Alltagstrott, «alles auskosten». Er möchte «in einer anderen Branche Fuss fassen». Sabatini, der nach einer längeren Beziehung wieder Single ist, würde gern auftreten, etwa als Moderator.

«Verlieren gehört dazu»

Verspricht sich der «Bremergieu» nicht etwas Falsches von der Wahl? Gewinnt er, wird er ewig den (Ex-)Mister-Stempel tragen. Sabatini zuckt mit den Schultern. «Es wird mir schon nicht das Genick brechen», sagt er. Aber auch eine Niederlage würde er mit Fassung tragen. «Ich bin Sportler. Wenn ich verliere, scheisst es mich an, wenn ich gewinne, freue ich mich. Das gehört dazu.» «Saba» ist Spielertrainer beim FC Goldstern, boxt, snowboardet, fährt Kajak, er sei ein «Aarekind». Sein Vater ist Römer, und auf seine italienischen Wurzeln ist Sandro Sabatini stolz. Sein Name sei aber auch schon «das italienischste an mir». Peinlicherweise spreche er, das «Nachzügerli» der Familie, nicht italienisch. Er ist Berner mit Leib und Seele, liebt den «warmen Charme» der Stadt.

«Bekanntheit nutzen»

Sollte er Mister Bern werden, will er seine Bekanntheit nutzen, um etwas Gutes zu tun. «Das tönt jetzt ein wenig weltverbesserisch», sagt Sabatini, «aber es gibt viel zu wenige Promis, die etwas aus ihrer Berühmtheit machen. Wenn dein Gesicht schon in jeder Zeitung ist, dann mach doch etwas draus!»

Wahl zum Mister Bern: Sa, 21.November, 19 Uhr, Hotel National Bern. Moderation: Tamara Sedmak, Showact: Gunvor. Vorverkauf: www.starticket.ch

Berner Zeitung

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