Konfetti, Glühwein und weniger Zwiebeln

Bern

Seit den frühen Morgenstunden ist in Berns Gassen der «Zibelemärit» im Gange. Aufgrund des trockenen Sommers werden dieses Jahr fünf bis sechs Tonnen weniger Zwiebeln feilgeboten.

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Claudia Salzmann@C_L_A
Sibylle Hartmann@sibelhartmann

Wenn Berner am Montagmorgen schon Glühwein trinken, dann ist Zibelemärit. Seit frühmorgens ist das Berner Volksfest mit überregionaler Ausstrahlung im Gange. Viele der Besucher sind früher aufgestanden, um sich einen Zwiebelkuchen vor der Arbeit zu gönnen. Andere sind hingegen gekommen, um den ganzen Tag hier zu verweilen.

Am Nachmittag zog die Kantonspolizei eine erste positive Zwischenbilanz. Polizeiliche Interventionen seien wie bereits in den letzten Jahren kaum nötig gewesen, heisst es in einer Mitteilung. Aufgrund der Terroranschläge in Paris hatte die Polizei ihr Aufgebot aufgestockt.

140 Velos umplatziert

Mehr zu tun hatten die Mitarbeitenden des Verkehrsdienstes. Im Marktgebiet mussten insgesamt 140 Velos umplatziert werden. Diese wurden hauptsächlich auf den Veloabstellplätzen im Raum Hirschengraben und Bollwerk abgestellt. Weitere 22 Velos wurden sichergestellt. Ausserdem mussten ein Auto und ein Motorrad abgeschleppt werden, wie es weiter heisst.

Insgesamt sind auf den Carparkplätzen beim Bernexpo-Areal 123 Reisecars eingetroffen, davon 19 Fahrzeuge aus dem Ausland.

Sechs Tonnen weniger Zwiebeln

Die vielen Besucher werden davon zwar wenig merken, aber am diesjährigen Zibelemärit gibts deutlich weniger Zwiebeln im Angebot. Schuld daran sind der nasse Mai und der trockene Sommer. «Nur» 53 Tonnen Zwiebeln werden dieses Jahr angeboten, das sind fünf bis sechs Tonnen weniger als in den letzten Jahren (siehe Statistik in Bildstrecke).

14 Gemüsebauern mussten ihre Teilnahme am Zibelemärit sogar kurzfristig absagen: Sie hatten zu wenig Zwiebeln an Lager, wie die Berner Orts- und Gewerbepolizei am Montag mitteilte.

Für das Berner Volksfest wurden in diesem Jahr 172 Plätze für Zwiebeln, Gemüse und Obst, sowie 263 Stände für Waren aller Art und 152 Stände für Verpflegung vergeben, wie die Stadt Bern mitteilt. 14 Marktfahrende, welche hauptsächlich Zwiebeln als Sortiment deklariert hatten, sahen sich gezwungen ihre Teilnahme kurzfristig absagen, da ihnen auf Grund des trockenen Sommers zu wenig Zwiebeln zur Verfügung standen.

Platzmangel wegen Baustellen

Wegen Platzmangel infolge von Baustellen (u.a. bei der Schweizerischen Nationalbank) mussten für den Zibelemärit 98 Bewerberinnen und Bewerber abgewiesen werden. Markthändlerinnen und -händler mit Zwiebeln im Sortiment waren jedoch davon nicht betroffen.

«Bärendräck»-Preis für «Bärner Meitschi»

Tout Berne traf sich am Montagmorgen um 7 Uhr im Hotel Schweizerhof zum traditionellen «Zibelemärit»-Zmorge. Bei diesem Anlass wird alljährlich der «Bärendräck»-Preis verleiht, heuer gewannen die Damen vom «Bärner Meitschi Blog».

«Sie bringen Farbe und Freude ins Leben ihrer Leserinnen und Leser», sagte Gemeinderat Alexandre Schmidt in seiner Laudatio. Ob der feinste Brunch, die hübschesten Kleider und Möbel, das nächste angesagte Konzert, die wirksamste Gesichtscreme, die interessantesten Gelati-Kreationen oder der neuste Fitnesstrends: Die Berner Bloggerinnen widmen sich vorwiegend leicht verdaulichen Gesellschaftsthemen.

Berner Zeitung

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